Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 575 (sequence 713)
- Language
- German, English, Hebrew
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Samuel 575 (Heiterkeit) und ihre eigene ursprüngliche Kraft, die Begeisterung der Massen des jüdischen Volkes hervorzurufen. Und das ist von entscheidender Bedeutung. Wenn Sie den Zionismus offiziell machen, bringen Sie ihn um. (Beifall.) Ich möchte einen kleinen Vorfall erwähnen, der einer Nichte von mir, Mrs. Kisch, widerfuhr, als sie mit ihrem ausgezeichneten Gatten in Südafrika reiste. Sie kamen eines Tages durch einen abgelegenen Teil des Landes, und ein altes jüdisches Ehepaar kam an den Zug. Es waren die einzigen Juden im Dorfe. Die alte Frau nahm meine Nichte beiseite und sagte ihr: „Ich getraue mich nicht, es meinem Mann zu sagen, aber ich habe hier eine kleine goldene Kette. Es ist mein einziges Schmuckstück. Er soll nicht erfahren, dass ich es dem Keren Hajessod gebe.'* Mrs. Kisch lehnte ab, aber die Frau gab nicht nach. Sie Hess die Kette in ihrer Hand und ging fort, der Zug fuhr ab und die Kette wurde dem Keren Hajessod übergeben. Wir brauchen Opfer dieser Art. Palästina ist dankbar für die Hunderttausende von Pfunden und Dollars, die von Wohlhabenden gegeben werden; aber diese kleine goldene Kette brauchen wir noch viel mehr. Dieser Opfergeist der Massen des jüdischen Volkes in allen Ländern hat die Stärke der zionistischen Bewegung bedeutet. Aber die Zionistische Organisation bietet mit weitblickender Staatsmannskunst die Sitze im Council der Jewish Agency denen, die mitarbeiten wollen, an. Das ist richtig, aber es ist auch richtig, dass die Zionistische Organisation die Präsidentschaft der Jewish Agency behält. Da der Präsident der Zionistischen Organisation Dr. Weizmann ist, ist ja auch etwas anderes gar nicht vorstellbar. Er hat im höchsten Masse die Achtung und das Vertrauen der Staatsmänner der Grossmächte und die Liebe und Dankbarkeit der Juden der ganzen Welt gewonnen. (Beifall.) Wir wollen auch den amerikanischen Juden danken, die so viel für den Aufbau Palästinas getan haben und sich mit ganzem Herzen der neuen Entwicklung widmen. Sie sind in ein Land gegangen oder ihre Väter sind in ein Land gegangen, dessen Existenz den Juden des Altertums unbekannt war. Es geht ihnen dort gut. Und jetzt blicken sie zurück über den Ozean und über die Jahrhunderte und sehen das alte Land ihrer Väter und die alten Ideale. Die Ideale können den modernen Verhältnissen angepasst werden, aber im Wesen bleiben sie gleich. Sie sind weniger stammesmässig, mehr universalistisch, aber immer noch starke Ideale, die uns sagen, dass die sichtbare Welt nicht alles ist. Dieser kleine Planet, auf dem wir wohnen, ist nicht die Welt. Es gibt eine geistige Kraft, die die Welt erfüllt und über sie hinausgeht. Und wir arbeiten in Palästina, um jene idealistischen Bestrebungen zu verwirklichen, die die Menschheit erlösen wollen. Unser Dank gebührt heute auch Lord Balfour. (Beifall.) Er hat unsere Sache zu der seinigen gemacht. Wir haben das Glück, dass er die Verwirklichung eines Werkes erlebt, an dem er so tiefes Interesse