Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 570 (sequence 708)
- Language
- German, English, Hebrew
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570 1. COUNCIL-SITZUNG: Eröffnungsreden J. Dreyfus-Brodsky (Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes — spricht deutsch): Ich habe heute die angenehme Aufgabe übernommen, die Herren, die hierher gekommen sind von allen Teilen der Welt, um hier teilzunehmen an der definitiven Erweiterung der Jewish Agency, willkommen zu heissen und namens des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes sowie im Namen des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde Zürich zu begrüssen. Ich tue das, indem ich Ihnen den Schweizer Gruss und den jüdischen Gruss zurufe: Gott grüss Euch, Schalom! Ist es nicht in der Schweiz, dass der erste Grundstein gelegt wurde zu dem grossen Werke des Aufbaues Palästinas bei dem ersten Kongress, der in meiner Vaterstadt Basel stattgefunden hat? Auch das Basler Programm, das eine weitere Grundlage zum Bau gelegt hat, ist den Juden der ganzen Welt bekannt. Und nun sind wir einen grossen Schritt weitergekommen. Dank der Balfour-Deklaration und der Uebertragung des Mandates des Völkerbundes an die englische Regierung konnte die jüdische Heimstätte in Palästina im Lande unserer Väter gebildet werden. Und ich glaube im Namen aller Juden der Schweiz zu sprechen, wenn ich sage, dass wir, wenn wir heute der Konstituierung und der definitiven Erweiterung der Jewish Agency in Zürich im Schweizerlande beiwohnen können, diese grosse Ehre für das ganze Judentum der Schweiz zu schätzen wissen und dass wir stolz sind darauf, dass in der freien Schweiz, im Lande des Friedens, und in dieser schönen Stadt am Zürichsee die definitive Konstituierung stattfinden soll. Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund, der fast alle jüdischen Gemeinden in der Schweiz umfasst und berufen ist, die jüdischen Interessen nach innen und aussen zu vertreten, hat, als er von der Zionistischen Organisation die Aufforderung erhielt, einen Delegierten in die Agency zu entsenden, in dieser Sache eine Delegiertenversammlung einberufen, und nachdem eine ziemlich umfangreiche Debatte darüber stattgefunden hatte, wurde mit grosser Majorität der Beschluss gefasst, in Anerkennung der ausserordentlich grossen Verdienste, die sich die Zionistische Organisation um Palästina erworben hat, auf allen Gebieten sozialer, hygienischer und kultureller Arbeit und durch die Schaffung der hebräischen Universität in Jerusalem, durch die Neubelebung der hebräischen Sprache, die nun wieder in Palästina gesprochen wird, durch alles, was sie im Kampf des Lebens erfochten hat, in Anerkennung dessen und im Gefühl, dass es die Pflicht des Judentums der Schweiz ist, mitzuhelfen, einen Delegierten in den Council zu entsenden. Herr Friis hat uns die Grüsse des Völkerbundes überbracht. Ich möchte ihm im Namen der Schweizer Judenschaft meinen herzlichsten Dank aussprechen. Wir sind alle friedlich gesinnt. Wir haben in der Schweiz verschiedene Rassen und verschiedene Sprachen, aber in einem