Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 565 (sequence 703)
- Language
- German, English, Hebrew
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Weizmann 565 diese jüdische Sache mit der Gemeinschaft aller Völker verbunden. Der britischen Regierung wurde am 24. Juli 1922 durch einen Beschluss des Rates des Völkerbundes das Mandat über Palästina übertragen mit der Massgabe, dass die Mandatarmacht für die Verwirklichung der Balfour- Deklaration verantwortlich sein soll. Im Artikel 4 des Palästina-Mandates heisst es sodann: „An appropriate Jewish Agency shall be recognised as a public body for the purpose of advising and co-operating with the Administration of Palestine in such economic, social and other matters as may affect the establishment of the Jewish national home and the interests of the Jewish population in Palestine, and, subject always to the control of the Administration, to assist and take part in the development of the country. The Zionist Organisation, so long as its Organisation and Constitution are in the opinion of the Mandatory appropriate, shall be recognised as such Agency. It shall take Steps in consultation with His Britannic Majesty's Government to secure the co-operation of all Jews who are Willing to assist in the establishment of the Jewish national home." Geehrte Versammlung! Die Epoche jüdischer Palästinaarbeit, an deren Abschluss wir jetzt stehen, umfasst einen Zeitraum von beinahe fünfzig Jahren. In dieser Zeit ist aus kleinen Anfängen eine jüdische Bevölkerung mit eigenartiger wirtschaftlicher und sozialer Struktur, mit den Anfänge» einer eigenen nationalen Kultur, deren Werkzeug die wiederbelebte hebräische Sprache ist, entstanden. Während der Verfolgungen und Bedrükkungen im zaristischen Russland gingen die ersten Pioniere dieses neuen jüdischen Lebens nach Palästina, getrieben von uralten Hoffnungen und Träumen, die durch Jahrtausende in der jüdischen Seele geschlummert hatten, mit unerschütterlichem Glauben an alten heiligen Verheissungen festhaltend. Die Idee einer Wiederansiedlung von Juden in Palästina, wo sie nach Jahrhunderten der Ruhelosigkeit und des Lebens in einer rauhen Fremde zur Ruhe kommen und an die Kontinuität der eigenen Tradition wieder anknüpfen können, wirkte zündend auf weite Kreise der Judenheit. Als die ersten Kolonisten in ihrem Kampf um die materielle Existenz in einem völlig rückständigen Lande in Not geraten waren, fanden sich in der ganzen Welt jüdische Menschen, die die Pflicht erkannten, den Pionieren in Palästina beizuspringen. Allen voran ist hier der Name des grossen Juden und Menschen zu nennen, dem das jüdische Palästina Unendliches verdankt und dem wir von dieser Tribüne heute unseren Gruss entbieten: Baron Edmond de Rothschild. (Beifall.) In einem spätem Zeitabschnitt fand dann die Zionssehnsucht des jüdischen Volkes ihren Ausdruck und ihre Gestalt in der Zionistischen Organisation, der Schöpfung Theodor Herzls. Wir Zionisten haben stets mit der Besiedlung Palä-