Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 539 (sequence 677)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ringel 539 Protest gegen die Unterdrückung des Zionismus in Russland Der Kongress konstatiert, dass in den letzten zwei Jahren die grausamen Verfolgungen, denen die zionistische Bewegung in Russland seitens der Sowjetregierung ausgesetzt war, nicht aufgehört haben und erhebt gegen die systematische gewaltsame Unterdrückung der jüdisch-nationalen Bestrebungen, der hebräischen Sprache und Kultur und der jüdischen Religion feierlichen Protest. Der Kongress begrüsst aus der Ferne die russischen Zionisten, die — ohne Unterschied der Richtung — ständigem Terror ausgesetzt, in Kerkern und in der Verbannung dennoch in Treue den zionistischen Idealen ergeben bleiben. Mit Dankbarkeit und Stolz gedenkt der Kongress derer, die unter solchen Bedingungen unermüdlich den Kampf für die Verbreitung und Vertiefung des Zionismus innerhalb des russischen Judentums fortführen. Der Kongress beauftragt die Exekutive, unverzüglich eine systematische und energische Aktion einzuleiten, welche die öffentliche Meinung der ganzen zivilisierten Welt über die entsetzliche Lage der zionistischen Bewegung in Sowjetrussland unterrichten und die Einstellung der Verfolgungen, sowie die Befreiung der eingekerkerten und deportierten Zionisten bewirken soll. Protest gegen Judenverfolgungen in Jemen Der Kongress erhebt feierlichen Protest gegen die grausamen Gewaltmassnahmen, unter denen die Juden in Jemen in letzter Zeit erneut zu leiden haben. Der Kongress beauftragt die Exekutive, mit der Palästina-Regierung Vereinbarungen zu treffen, die als eine besondere Rettungsmassnahme eine vergrösserte und beschleunigte Immigration von jemenitischen Juden ermöglichen sollen. Minderheitsantrag der Radikalen. Der XVI. Kongress konstatiert mit Bedauern, dass die politische und administrative Lage in Palästina nach wie vor in höchstem Grade unbefriedigend ist. Die Mandatarmacht lässt es an den notwendigen Massnahmen fehlen, durch die sie ihrer im Artikel 2 des Mandats ihr auferlegten Pflicht, die Errichtung des jüdischen Nationalheims zu fördern und sicherzustellen, gerecht werden würde. Die meisten wesentlichen Forderungen des XV. Kongresses und des gesamten Jischuw in Palästina sind unerfüllt geblieben; auf fast allen Gebieten des Aufbauwerkes ergeben sich durch diese Politik der Palästina-Administration erhebliche Schwierigkeiten für den jüdischen Aufbau. Der Kongress konstatiert ferner, dass die zionistische Exekutive es an den nötigen Anstrengungen und an einer aktiven systematischen Politik zur Durchsetzung der Forderung des XV. Kongresses und zur Herbeiführung einer Aenderung in der Politik der Mandatarmacht im Sinne einer aktiven Förderung des Aufbauwerkes hat fehlen lassen. Der Kongress fordert die neue Exekutive auf, eine konsequente und energische Politik in diesem Sinne einzuleiten und alles zu tun, um eine