Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 510 (sequence 648)
- Language
- German, English, Hebrew
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510 19. KONGRESS-SITZUNG: Bericht der Kommission für Arbeit und städtische Kolonisation nommen werden, und in Anbetracht, dass die Unternehmungs-Kooperativen (Misradim Kablaniim der Histadruth Haowdin, Olim Bonim) durch Kapitalmangel an einer gesunden Entwicklung und Ausdehnung ihrer Tätigkeit gestört werden, wünscht der Kongress, dass sich die Zionistische Organisation am Betriebskapital dieser Kooperativen beteiligen soll 4. Hilfe für die während der Krise arbeitsunfähig Gewordenen. Die schwere Zeit der letzten Krise hat die Gesundheit einer Zahl von Arbeitern geschädigt, sie für schwere physische Arbeit untauglich gemacht und sie so ihrer Existenzbasis beraubt. Der Kongress betrachtet es als Pflicht der Zionistischen Organisation, diesen Arbeitsinvaliden zu helfen und verpflichtet die Exekutive, zusammen mit dem Magistrat und der Gemeinde von Tel Aviv für die Unterbringung derselben in geeigneten Berufen Sorge zu tragen. IV. Handwerker. Der Kongress anerkennt die Notwendigkeit, Mittel und Wege für die Besserung der Lage der jüdischen Handwerker in Palästina zu finden. Zu diesem Zwecke soll insbesondere versucht werden, Gruppen von Handwerkern von Orten, wo sie keine Existenzmöglichkeiten haben, an solche Orte zu überführen, in denen sich bisher noch kein jüdischer Jischuw befindet, die aber eine grosse Bedeutung für die künftige Entwicklung der jüdischen Kolonien in ihrer Umgebung haben können (Nazareth, Tul Kerem). V. Industrie. 1. Der Kongress erklärt, dass eine ständige Verstärkung der jüdischen Einwanderung nach Palästina nur möglich ist, wenn gleichzeitig mit der landwirtschaftlichen Kolonisation der jüdischen Industrie die Möglichkeit einer gesunden Entwicklung gegeben wird. Dazu ist die aktive Hilfe der Zionistischen Organisation und der Regierung erforderlich. 2. Zu diesem Zwecke hält der Kongress für erforderlich: a) Dass die Palästina-Exekutive die Erschliessung neuer Absatzgebiete für die Erzeugnisse der jüdischen Industrie Palästinas in den benachbarten Ländern aktiv unterstützt. b) Dass die Palästina-Exekutive die Entwicklung der Industrie und insbesondere der Klein-Industrie durch Beschaffung von langfristigen, billigen Krediten fördert. Solange eine besondere Industriebank nicht besteht, soll dies in Form eines Garantiefonds für die von den Banken (Bank Aschrai, Waadath Ruthenberg) gewährten Industriekredite erfolgen. c) Dass der Keren Kajemeth Bodenflächen bei den Städten und insbesondere auf seinen Böden bei der Haifa-Bay für die Errichtung von Fabriken zur Verfügung stellt. 3. Der Kongress weist nachdrücklich darauf hin, dass die jüdische Textil-Industrie Palästinas (Strickereien) durch die Weigerung der Landesregierung, einen Schutzzoll einzuführen, in ihrer Entwicklung bedroht ist und fordert die Regierung auf, die Existenz dieser Industrie durch Einführung entsprechender Zölle zu schützen.