Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 506 (sequence 644)
- Language
- German, English, Hebrew
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506 19. KONGRESS-SITZUNG: Bericht der Kommission für Arbeit und städtische Kolonisation. muss. Die Bevölkerung in den von den Zionisten begründeten Kolonien beträgt nach den in den Memoranden der Sefardim angeführten Statistiken über 10 000, darunter befinden sich jedoch nur 78 Sefardim, nämlich in Kfar Baruch. Auch wenn man die Ausgaben des Kolonisations- Departements betrachtet, findet man, dass eine sehr kleine Summe für die Sefardim aufgewendet ist. Meine Wähler haben mir ans Herz gelegt, dem Kongress zu sagen, dass sie diesen Umstand nicht als Absicht ansehen, sondern als eine Vernachlässigung, die wahrscheinlich auf ihre eigene schlechte Organisation zurückzuführen ist. Aber dieser Zustand muss doch allmählich verschwinden. Ich schlage daher vor, meinen Antrag einstimmig anzunehmen, schon damit in der jüdischen Welt kein Missverständnis entsteht. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Zu Antrag 27, der lautet: Ein umfassendes Programm für neue Kolonisation soll die Errichtung von Kleinsiedelungen für landwirtschaftliche Arbeiter und Arbeitergruppen in der Nähe schon bestehender oder neuer Siedelungen einschliessen. begründet Del. L Szkolnik (Hitachduth) das Minoritätenvotum, das besagt, dass an Stelle des Wortes „Kleinsiedlungen" das Wort „Ansiedlungen** gesetzt werden soll. Del. Dr. E. Schmorak (Ostgalizien): Die Exekutive widerspricht dem Ausdruck „Ansiedlung" deswegen, weil der Ausdruck ein ganzes Kolonisationsprogramm für Jahre umfasst. Es ist besser den neuen Kolonisationsplan abzuwarten und erst dann die Entscheidung zu treffen. A. Harzfeld (A. C, Poale Zion): Die Sache ist keine blosse Geldsache, sondern ökonomisch und national wichtig für die ganze Kolonisation in der Umgebung der bestehenden Kolonien. Es ist mir unverständlich, dass man die Sache verkleinern will. Berichterstatter Ing. Kaplansky: Wir haben hier zwei Prinzipien vor uns: 1) das Prinzip kleiner Wirtschaften für Lohnarbeiter in Kolonien und 2) das Prinzip voller Kolonisierung. In dem einen Fall handelt es sich um Lohnarbeit, in dem andern um den Uebergang von Lohnarbeit zur selbständigen Existenz. Ich beantrage, das Amendement nicht anzunehmen.