Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 502 (sequence 640)
- Language
- German, English, Hebrew
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502 19. KONGRESS-SITZUNG: Fortsetzung des Berichtes der Kommision für landwirtschaftliche Kolonisation kommission seine Ansichten darlegte, haben wir ums Wort gebeten, um Herrn Sacher wenigstens zum erstenmal unsere Klagen vorzubringen. Er versprach, unsere Klagen anzuhören, ist aber nicht erschienen. Man wollte dem Kongress ein verringertes Konsolidierungsbudget übermitteln und konnte keinen anderen Weg finden, als die Zahl der angesiedelten Familien zu reduzieren. Man hat mit En Charod begonnen und wird mit anderen Siedlungen fortsetzen. Es handelt sich nicht darum, ob man weitere 34 Familien ansiedein soll oder nicht, sondern ob 34 Familien, von denen ein Teil schon 8 Jahre dort arbeitet, keine Familie aber weniger als 4 Jahre, ausgewiesen werden soll. Und wir sagen Ihnen, dass die Leute, die dort sitzen, nicht fortgehen werden. Nach ö Jahren mühseliger Arbeit haben sie das Recht, dort zu leben und zu arbeiten. In dem Bericht der Exekutive ist die Rede davon, dass in der ersten Zeit der Ansiedlung jede Familie 120 Pfund pro Jahr bekommen muss, um leben zu können. Von diesem Betrag soll sie 80 Pfund in bar erhalten. En Charod hat im Laufe von 8 Jahren alljährlich 71 Pfund pro Familie bekommen, was kaum zur Ernährung ausreichte. Und trotz alledem gleicht sich das Aktivum mit dem Passivum in En Charod fast vollkommen aus. Dies konnte nur dadurch erreicht werden, dass in der ersten Zeit mehr Familien angesiedelt wurden, von denen ein Teil durch Nebenarbeiten Geld verdient hat. Und so ist es der Siedlung gelungen, trotz der schweren Verhältnisse vorwärts zu kommen. Der Kongress soll verhindern, dass En Charod weitere zwei Jahre Leiden zu ertragen hat. (Beifall). Berichterstatter Ing. Kaplansky: Die Kommission hat dies'* Angelegenheit nicht als eine technische Frage behandelt, sondern als eine ernste Beschwerde einer Siedlung gegen die zionistische Leitung. Die Siedlung En Charod, die seit dem Jahre 1921 besteht, wurde in den Konsolidierungsplan vom Jahre 1925 mit 120 Familien eingesetzt. Das ist auch in dem Konsolidierungsplan vom Jahre 1927 bestätigt worden. Bis Ende 1925 haben sich in En Charod unter Zustimmung des Kolonisationsdepartements der Exekutive 240 Männer und Frauen niedergelassen. Dieser Zahl der Ansiedler wurde der Boden und die Wasserversorgung zugeteilt und demgemäss der Bebauungsplan festgelegt. Nun ist die gegenwärtige Leitung der Kolonisation zu der Ueberzeugung gelangt, dass die Bodennorm, die in diesem Distrikt früher auf 80 Dunam pro Familie festgesetzt wurde, nicht genügt und dass man 30 Dunam mehr braucht. Es entsteht nunmehr die Frage, ob die Exekutive in einerr solchen Fall verpflichtet ist, den fehlenden Boden zu beschaffen und den Siedlern zur Verfügung zu stellen, oder ob die Ansiedler, von denen ein grosser Teil schon 7—8 Jahre dort sitzt, gezwungen werden sollen, den Ort zu verlassen. Der K. K. L. hat beschlossen, im Anschluss an den Nuris-Block Böden zu erwerben, die für die Konsolidierung der