Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 489 (sequence 627)
- Language
- German, English, Hebrew
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Kaplansky, Weizmann 489 so kommen wir zu einer Summe von etwa 250 000 Pfund. Das deckt sich mit jener Prozentnorm, welche beim 12. Kongress in Karlsbad aufgestellt wurde, wonach 30 Prozent des allgemeinen Budgets für Kolonisation aufzuwenden sind. Die Exekutive hat uns aber nur 190 000 Pfund eingeräumt. Eine solche Kürzung wird das Tempo der Kolonisationsarbeit verlangsamen und indirekt die Möglichkeit neuer Kolonisationsarbeit für die zwei Jahre dieser Kongressperiode verkleinern. Die Resolutionsanträge der Kommission werden verlesen. Berichterstatter S. Kaplansky schlägt vor, die Resolutionen 1—6 en bloc anzunehmen. Vorsitzender Motzkin: Es wurde eine Beschwerde eingebracht, dass ein Minderheitsvotum in bezug auf die Sfardim hier nicht verlesen wurde. Berichterstatter S. Kaplansky: Es gibt kein Minderheitsvotum in bezug auf die Sfardim. Die Kommission war schon darauf gefasst, dass wir gestern mittags im Kongress berichten sollen. Es wurden daher einige Resolutionen, die im letzten Augenblick eingebracht wurden, nicht behandelt. Es besteht aber keine Gefahr, dass die Wünsche, die in diesen Resolutionen zum Ausdruck kamen, nicht Berücksichtigung finden werden. Präs. Dr. Weizmann: Geehrter Kongress! Um gegenüber den Vorschlägen der Kolonisations- Kommission, die während der Tage des Kongresses fleissig gearbeitet hat, nicht ungerecht zu sein, möchte ich Ihnen einen Vorschlag unterbreiten. Ich bin überzeugt, dass in der Stunde oder in der halben Stunde, die uns vor Schluss der Sitzung geblieben ist, die Resolutionen, welche hier vorgebracht worden sind, weder mit dem richtigen Ernst debattiert noch über sie Beschluss gefasst werden kann. Ich unterbreite Ihnen daher im Namen der Exekutive den Vorschlag, diesen Bericht dem Aktionskomitee zur Beschlussfassung zu übergeben. Ich glaube nicht, dass es viele in diesem Saale geben wird, denen das gesamte Kolonisationsprogramm so teuer ist wie mir, und wenn ich den Vorschlag mache, so ist es im Interesse dieses Programms, im Interesse der möglichsten Durchführung des Maximums dessen, was wir im Rahmen eines Budgets machen können. Und wer weiss, vielleicht wird eine Zeit kommen, wo wir das Budget vergrössern können. Infolgedessen bitte ich Sie dringlich, diese Beschlüsse heute nicht zu fassen, sondern sie dem Aktionskomitee zu übergeben. Das Aktionskomitee wird in Kürze tagen und es wird die Möglichkeit haben, in grösserer Ruhe und mit grösserer Aufmerksamkeit die Sache zu behandeln und Beschlüsse zu fassen.