Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 460 (sequence 598)
- Language
- German, English, Hebrew
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460 17. KONGRESS-SITZUNG: Abstimmung über die Agency-Resolution Vorsitzender Motzkin: Ich bringe jetzt die Resolution der Kommission, welche der Exekutive die Ermächtigung erteilt, die Vereinbarung abzuschliessen, zur Abstimmung. Die Exekutive verlangt namentliche Abstimmung. Nach dem Statut steht der Exekutive das Recht zu, dies zu verlangen. Die Abstimmung wird durch Namensaufruf durchgeführt. Das Ergebnis der namentlichen Abstimmung ist 230 Stimmen für und 30 Stimmen gegen, sowie 4 Stimmenthaltung. 45 Mitglieder des Kongresses sind abwesend. Die Ankündigung des Abstimmungsergebnisses wird mit stürmischem Beifall aufgenommen. (Detailbericht über die namentliche Abstimmung siehe Anhang A am Schlüsse des Protokolls.) Del. Dr. Emü Margulies (Radikal): Nach dieser schwerwiegenden Entscheidung, nachdem der Beifall, mit dem Sie diese Wendung in der Geschichte der zionistischen Bewegung begrüsst haben, vorüber ist, habe ich die Ehre, Ihnen im Namen der radikalen Fraktion nachstehende Erklärung abzugeben: Die radikalen Zionisten sind die Gruppe im Zionismus, die von allem Anfang an, vor sechs Jahren, als zum erstenmal das Projekt dieser jetzt Wirklichkeit gewordenen Erweiterung der Jewish Agency in die Diskussion eines zionistischen Kongresses geworfen wurde, den Kampf gegen diesen Plan aufgenommen und die dann diesen Kampf bis zum letzten Augenblick geführt haben, den Kampf gegen diesen Plan, gegen seine Ideologie und gegen die Methoden und die Formen seiner Verwirklichung. Obwohl stets Anhänger des Gedankens der Heranziehung des gesamten Volkes zur Mitarbeit am Werk des Aufbaus der nationalen Heimstätte, mussten wir diese Form der Erweiterung der Jewish Agency als undemokratisch und antinational bekämpfen. Sie ist undemokratisch, weil die nichtzionistische Vertretung in der Agency nicht durch demokratische Wahlen und nicht auf dem Grundsatz der Verantwortlichkeit vor den Wählern zustandegekommen ist; sie ist antinational, weil sie die Mitbestimmung an der zionistischen Aufbaupolitik, die nur eine jüdischnationale sein kann, bewusst und betont anationalen und antinationalen Gruppen überträgt. Wir haben all die Jahre hindurch, wir haben auf vier Kongressen gegen diese verhängnisvolle Politik, welche die Zionistische Organisation innerlich zerrüttet hat und den Kongress seiner Souveränität entkleidet und die den Aufbau des nationalen Heims schwersten Bedrohungen aussetzt, gekämpft und bis zur letzten Entscheidung des Kongresses unsere warnende Stimme erhoben. Nachdem aber die Mehrheit der Zionistischen Organisation und nachdem der Kongress, trotzdem gerade in diesem Saal bei der Beratung der Konstitution der Jewish Agency und der damit zusammenhängenden Fragen die Gefahren dieses Projekts