Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 423 (sequence 561)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sokolow, Stricker, Moses 423 mannschaftlichen Gedankens, der im Grunde ein ganz unzionistischer Gedanke ist, und auf der anderen Seite ein Uebergreifen des Parteiwesens auf Gebiete, auf die es nicht gehört. Der Vorschlag einer Organisationsreform, die eine wirkliche Vereinheitlichung der Zionistischen Organisation durch Schaffung von gemeiisamen Ortsgruppen und Landesverbänden aller Zionisten in jedem Lande herbeiführt, hat in der Organisationskommission keine Mehrheit gefunden. Wenn die Abstimmung in dieser Frage ein Spiegelbild der Meinung des Kongresses ist, so sind heute erst etwa 40 Prozent der Zionisten für eine durchgreifende Organisationsreform dieser Art. Diese Gruppe glaubt sich als den Träger einer Entwicklung betrachten zu dürfen, die sich im Laufe der nächsten Jahre in der zionistischen Weltorganisation vollziehen wird. Wir haben davon abgesehen, diesen Antrag durch ein Minoritätsvotum zur Abstimmung im Kongress zu bringen, vor allem deshalb, weil wichtige Gruppen des Kongresses erklärten, dass diese radikale Organisationsreform für sie untragbar ist. So legen wir denn dem Kongress eine minder durchgreifende Organisationsreform vor, für die sich in der Kommission eine Mehrheit von etwa 60 Prozent gefunden hat. Sie knüpft an die territoriale Arbeitsgemeinschaften an, die Dachverbände der in einem Lande bestehenden zionistischen Verbände, deren Geschichte für die Art und das Tempo derartiger Reformen in unserer Bewegung charakteristisch ist: In der Organisationskommission des XIV. Kongresses von verschiedenen Seiten als indiskutabel bezeichnet, wurde die territoriale Arbeitsgemeinschaft vom XV. Kongress empfohlen. Nach den Vorschlägen, die die Organisationskommission des XVI. Kongresses vorlegt, soll ein entscheidender Schritt vorwärts dadurch gemacht werden, dass 1. die territoriale Arbeitsgemeinschaft obligatorisch wird, d. h. in jedem Land errichtet werden muss, 2. dass sie einen nach demokratischem Wahlrecht gewählten Delegiertentag haben muss. Das organisatorische Aufgabengebiet der territorialen Arbeitsgemeinschaft soll nach den Beschlüssen der Kommission vorläufig auf drei Gebiete (Palästina-Immigration und Hachscharah; Keren Hajessod und Keren Kajemeth; Schekelarbeit und Wahlen) beschränkt werden; jedoch soll durch einen Delegiertentagsbeschluss, dem die beteiligten Landesverbände und Landesgruppen der Sonderverbände beitreten, eine Erweiterung des Aufgabengebietes beschlossen werden können. Der erste Delegiertentag soll bis zum 31. März 1930 zusammentreten. Auf seiner Tagesordnung soll in allen Ländern vor allem die Erörterung der zionistischen Aufgaben stehen, vor die die Erweiterung der Jewish Agency uns stellt. 35