Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 379 (sequence 517)
- Language
- German, English, Hebrew
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Rothenberg 379 Bedeutung dieser Worte in der Konstitution hinlenken, die als Grundlage der Beziehungen zwischen Zionisten und Nichtzionisten dient. In der Konstitution werden ausdrücklich folgende Aufgaben festgestellt: 1. Jüdische Einwanderung soll soweit als möglich gefördert und unterstützt werden. 2. Hebräische Sprache und jüdische Kultur sollen gefördert werden. 3. Boden soll als jüdischer Besitz erworben und das Eigentumsrecht daran dem Jüdischen Nationalfonds übertragen werden, damit er unveräusserliches Eigentum des jüdischen Volkes bleibt. 4. Die Agency soll landwirtschaftliche Kolonisation auf der Grundlage jüdischer Arbeit fördern; über die sozialen Siedlungsformen sollen unter der Voraussetzung wirtschaftlicher Betriebsführung die Siedler selbst entscheiden. Erwägen Sie einen Augenblick, was das bedeutet, dass der Gedanke der Erwerbung des Bodens ins unveräusserliche Eigentum des jüdischen Volkes in ein grundlegendes Dokument Aufnahme fand, das für Zionisten und Nichtzionisten gemeinsam gilt. Wenn Sie die Präambel mit ihrem besondern Hinweis auf die vom Völkerbund anerkannte Schaffung eines jüdischen nationalen Heims zusammen mit der Darstellung der Aufgaben der Agency lesen, so haben Sie hier eine Formel, die, um mich ganz mild auszudrücken, eine frappante Aehnlichkeit mit dem Basler Programm zeigt. Es wurde auch eine Frage in die Diskussion geworfen, die sich auf die Absichten der Nichtzionisten unabhängig von dem Text des Dokuments bezog. Ich möchte auf folgendes hinweisen: Bevor sich die Nichtzionisten entschlossen, in die Agency einzutreten, wurde bekanntlich eine Kommission eingesetzt und nach Paläsina entsendet. Sie bestand nicht nur aus technischen Fachleuten, sondern auch die Mitglieder der Kommission, Führer der Finanzwelt, besuchten ebenfalls Palästina. So waren die Herren Warburg, Dr. Frankel und Oskar Wassermann im Lande. Mr. Warburg hat seither eine neuerliche Reise nach Palästina gemacht, um sich für seine Aufgabe in der Agency ausreichend vorzubereiten. Diese Kommission berichtete nicht nur über die Erfolge unserer Arbeit, sondern auch über ihre Mängel. Angesichts aller Tatsachen, in voller Kenntnis der Schwierigkeiten der Lage, entschlossen sich die Nichtzionisten, in die Agency einzutreten. Sie erklärten sich nicht nur bereit, bei der Aufbringung eines Budgets von einer Million Pfund jährlich, sondern auch bei der Abtragung der sehr erheblichen Schulden zu helfen, die im Laufe unserer Arbeit in den letzten Jahren kontrahiert wurden. Welche andere Deutung könnte man diesen Tatsachen geben, als dass hier ein echtes Interesse daran vorhanden ist, uns bei unserer Aufgabe in Palästina ehrlich zu helfen?