Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 378 (sequence 516)
- Language
- German, English, Hebrew
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378 14. KONGRESS-SITZUNG: Bericht der Agency-Kommission als dass drei Kongresse und zahlreiche A. C.-Sitzungen im Laufe von sechs Jahren sowohl die Vorteile als auch die Nachteile dieses Schrittes erwogen una immer wieder den Schluss gezogen haben, dass nach Berücksichtigung aller in Frage kommenden Faktoren das Interesse des Zionismus diesen Schritt fordere. Die Schwächen des Projektes, die im Laufe der Debatte so geschickt, aber auch so einseitig beleuchtet wurden, wurden niemals übersehen, doch überwogen immer die Vorteile, die man sich von der Vereinigung der Kräfte mit Zuversicht versprach. Mit Bezug auf die Konstitution selbst halte ich es aber für nützlich, ein paar Bemerkungen zu machen, die bisher in den Erörterungen nicht zum Ausdruck gekommen sind. Es wurde im Laufe der Debatte ausdrücklich gesagt und häufig angedeutet, dass die Konstitution eine Verletzung der zionistischen Grundsätze darstelle. Diese Behauptung ist nicht nur grundlos, sondern gerade das Gegenteil ist wahr. Kein einziger Grundsatz unserer Bewegung wurde, sei es in den Bestimmungen der Konstitution, sei es durch ein Wort oder eine Handlung im Laufe der Beratungen geopfert. Es mag Meinungsverschiedenheiten über Formfragen geben, aber nichts, was mit den zionistischen Grundsätzen zu tun hat, wurde verletzt oder beiseite geschoben. Herr Jabotinsky machte einige interessante Bemerkungen zur Definition des Zionisten. Wenn man sich auf eine Formulierung der philosophischen Grundlagen des Zionismus einlassen wollte, würde sich zeigen, dass nicht nur zwischen Zionisten und Nichtzionisten Meinungsverschiedenheiten existieren, sondern auch in unsern eigenen Reihen Verschiedenheiten, die eine gemeinsame Arbeit unmöglich machen würden. Wir hatten einen Vorgeschmack davon in Amerika im Jahre 1921 unter dem Schlagwort „Diaspora-Nationalismus" und wir wissen, wozu es führte. Was Herr Jabotinsky darüber meint, ist recht interessant, aber es gibt nur ein zionistisches Programm, das ist das Basler Programm. Niemand hat ein Recht, es zu ändern, ausser dem Kongress, und der Kongress hat es nie getan. In der Verfassung der Zionistischen Weltorganisation ist das Ziel des Zionismus in einem einzigen Satze gefasst: „Das Ziel des Zionismus ist die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk." Da uns jetzt die Konstitution vorliegt, können wir feststellen, was sie über die fundamentalen Grundsätze sagt. Der erste Absatz der Konstitution der Agency zitiert den Text der Balfour-Deklaration. Der zweite Absatz bezieht sich auf das Mandat und die historische Verknüpfung des jüdischen Volkes mit Palästina. Der dritte Absatz zitiert ausdrücklich den Artikel 4 des Mandats betreffend die Anerkennung einer Jewish Agency, die zur Aufgabe hat, bei der Schaffung des jüdischen nationalen Heims mitzuwirken. Wir sind an diese Worte so gewöhnt, dass wir sie für Selbstverständlichkeiten halten, ich möchte aber Ihre Aufmerksamkeit auf die