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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 341

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 341 (sequence 479)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7491-3483639
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Jehuda, Ussischkin, Gordon 341 öffentlichen und politischen Leben wird vom Zionismus, von der Renaissance und andern hohen Idealen gesprochen, in der Wirklichkeit, in der Erziehung herrscht vollständige Kenntnislosigkeit einerseits, ein systematischer Assimilationsprozess anderseits. Dort wird immer mehr die fremde Sprache, die fremde Kultur und schliesslich auch die fremde Ideologie vorherrschen. So ist es in Osteuropa, in Westeuropa und in Amerika. Die jüdische Intelligenz assimiliert sich und die jüdische Masse assimiliert sich, trotzdem im öffentlichen Leben immer wieder das nationale Moment äusserlich betont wird. Die Jugend muss so erzogen werden, dass sie die nötige Vorbereitung für ihre Aufgabe bekommt und Land und Volk auf dem Wege der Chaluziuth aufbauen kann. Die hebräische Sprache hat die wunderbare Kraft, ihre Zöglinge mit unserer Sache zu verbinden. Wir haben dies bei der Tätigkeit der Habimah gesehen. Sie hat Einfluss ausgeübt nicht nur deswegen, weil sie grosse künstlerische Leistungen vollbringt, sondern auch deswegen, weil ihre Kunst hebräisch ist. Die Sprache allein genügt aber nicht. Von entscheidender Bedeutung ist das Problem der Richtung, des Geistes dieser Arbeit. Die hebräische Schule im Galuth hat in gewissem Sinne einen Vorteil gegenüber der hebräischen Schule in Erez Israel, das ist die Tendenz auf Erez Israel und den Zionismus, Momente, die in Palästina schon Wirklichkeit sind. Wo hebräische Schulen geschaffen werden, wird auch die zionistische Bewegung stärker. Trotz unsern vielen Bemühungen sind wir Zionisten aller Richtungen bis jetzt noch nicht imstande, wenigstens einen Teil des Menschenmaterials zu erfassen, das wir erfassen sollten. Man hat hier bemerkt, dass mehr als 50 000 Schüler in Europa hebräische Schulen besuchen. Das wird 5 oder 6 Prozent der jüdischen Schüler Europas bedeuten. Wenn diese Arbeit in der Zionistischen Organisation konzentriert wird, wird es nicht nur möglich sein, weitere Kreise zu umfassen, sondern es wird auch ein Reservoir neuer Kräfte für unsere Bewegung schaffen und mehr Geist und Einheit in die zionistische Bewegung hineintragen. Die Vorschläge /on Grünbaum sind daher zu akzeptieren. Wir haben im Laufe von neun Jahren schwer auf dem politischen Gebiete und für die Fonds gearbeitet. Diese Arbeit wird doch für die Folge fortgesetzt werden. Man soll aber auch die geistige Arbeit jetzt besonders betonen. Das hat auch Professor Weizmann in einem Brief, den er vor einem Jahre an uns gerichtet hat, hervorgehoben. Und wenn dieser Kongress die erwähnten Vorschläge akzeptieren und verstehen wird, alle Gruppierungen dazu zu bewegen, sich auf eine hebräische Basis zu stellen, dann wird der Kongress ein neues Blatt in der Geschichte der zionistischen Arbeit und der hebräischen Erziehungsarbeit im Galuth eröffnen. (Beifall.)

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