Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 331 (sequence 469)
- Language
- German, English, Hebrew
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Grünbaum 33! Und nochmals zur Frage der Geldmittel. Wir haben grosse Defizits. Es scheint manchmal, dass die Politiker, die auf unsern Zusammenbruch lauern, Recht behalten könnten. Wir haben begonnen, verschiedene Länder zu bereisen und Geld zu sammeln. Die Zionisten verhalten skh aber ganz gleichgültig gegenüber dieser Arbeit. Sie glauben, dass wn als Konkurrenten der zionistischen Fonds auftreten wollen. Wenn man aber will, dass die zionistischen Fonds Erfolg in ihrer Arbeit im Galuth haben, so muss man vorher Erziehungsarbeit leisten. Man betrachtet bei uns den Galuth nur als Reservoir von Mitteln, Energie und Kräften für Erez Israel. Wenn Sie aber immer nur aus diesem Reservoir schöpfen und unsere Kräfte im Galuth nicht stärken, so wird das Reservoir bald leer sein. Die neuen Sprachen und Kulturen fassen immer mehr Boden unter uns, die Juden passen sich immer mehr an, und wenn auch jetzt der Kreis der Palästinafreunde erweitert werden soll, könnte doch eine Zsit kommen, wo wir auch für die Fonds nichts werden erreichen können. Wir wollen keine Konkurrenz mit den zionistischen Fonds. Wir verlangen nicht viel, nur einige Zehntausende von Pfunden jährlich. Dieser Fonds wird den zionistischen Fonds keinen Schaden zufügen. Der Kongress sollte also unseren Vorschlag gutheissen und ihn dem A. C. zur Bestätigung übermitteln. Dann wird unsere Tätigkeit mit unserer Arbeit in Erez Israel vereinigt werden, und die hebräische Kulturarbeit im Galuth wird ais feste Basis für den Aufbau der hebräischen Kultur in unserer Heimat — in Erez Israel — dienen. (Beifall.) Ich habe nicht die Erziehungsfragen berührt, über die Meinungsverschiedenheiten unter uns bestehen. Ich habe nur das Hauptprinzip, die Schaffung eines Zentrums für eL^e solche Arbeit innerhalb der Zionistischen Organisation hervorgehoben. Daran sind alle interessiert, und wenn dies durchgeführt wird, wird die kulturelle Arbeit vorwärtsschreiten, und wir werden wieder einen Grundstein legen für das grosse Gebäude der vollen hebräischen Kultur, der Kultur unserer nationalen Renaissance im Galuth. (Beifall.) Del. Dr. O. Wolfsberg (Misrachi — beginnt hebräisch): Ich muss mich entschuldigen, dass ich nicht hebräisch spreche; meine Freunde haben mich erst vor wenigen Augenblicken ersucht, hier in ihrem Namen zu reden. Und ich bin nicht gewohnt, hebräisch zu sprechen. (Deutsch fortfahrend): Ich brauche nicht ausführlich auf die Punkte einzugehen, in denen eine Uebereinstimmung zwischen den Zionisten und dem Misrachi besteht. Es ist selbstverständlich, dass das Hebräische uns eben so lieb und teuer ist wie allen Zionisten, und dass es keine Kulturarbeit in Erez Israel oder in der Golah geben darf, die nicht Hebräisch als Fundament anerkennt. Im übrigen scheiden uns viele Anschauungen, und es trennen sich unsere Wege.