Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 430)
- Language
- German, English, Hebrew
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292 11. KONGRESS-SITZUNG: Referat über Gesundheits- und Erziehungswesen Masse und Grade zu entwickeln, als es die Verhältnisse im allgemeinen verlangten und die Exekutive anordnete. So haben wir zum Beispiel in unseren Schulen eine gewisse Norm angenommen, das heisst ein Lehrer entfällt auf eine bestimmte Zahl von Schulkindern. Der Misrachi hat sich jedoch an diese Norm nicht gehalten, sondern hat in vielen Schulen eine Norm für sich etabliert. Nun könnte man sagen, dass das kein Grund zum Aergernis sei, weil es doch nur gut sei, wenn dem Erziehungswesen in Palästina mehr Gelder zufliessen. Es wäre tatsächlich gut, wenn eine Institution darüber entscheiden würde, wie diese Gelder anzuwenden sind, sogar innerhalb des Misrachi. Wenn aber der Misrachi an die Zentrale angegliedert wurde und sich dann nicht an die Normen der Zentrale hält, dann ist dadurch die Einheit des Systems gestört. Es darf dabei nicht vergessen werden, dass das, wenn nicht im gegebenen Augenblick, so doch in naher oder fernerer Zukunft eine Belastung des allgemeinen zionistischen Budgets wird. Wenn sich diese Norm einbürgert, so bedeutet das im nächsten oder im zweitnächsten Jahre bereits eine Belastung des allgemeinen Erziehungsbudgets. Vielleicht hörten Sie von der Schule in Metullah. Hier ging die Schule aus dem allgemeinen Kader in das des Misrachi über. Es wurde ein Referendum abgehalten und die Schule mit 13 gegen 1 1 Stimmen der Misrachi-Abteilung übergeben. In der nächsten Zeit geschah das folgende: Die Kolonie bezahlte den Beitrag, der ihr vorgeschrieben worden war, nicht und überdies wurde die Zahl der Lehrer vermehrt. Als der Administrator der PICA den Norden Palästinas bereiste, besuchte er auch diese Schule. Da er eine geringe Schülerzahl und einen ziemlich grossen Lehrkörper vorfand, entzog er der Kolonie die Subvention, resp. verringerte die Subvention, die er ihr bewilligt hatte. Und nun frage ich: Wer hat da gesündigt, die Exekutive gegen die pädagogische Autonomie oder der Misrachi gegen die administrative Einheit? Nehmen wir den Fall Balfouria. Ich muss mich in solche konkreten Fälle einlassen, da Sie sonst nicht verstehen würden, warum wir solchen Nachdruck auf administrative Einheit legen. In Balfouria bestand seit Jahren eine Schule des linken Flügels. Plötzlich hörte ich, dass es in Balfouria eine zweite, misrachistische Schule gebe. (Zuruf von Misrachi: schrecklich!) Ich konstatiere nur eine Tatsache. Es wurde ohne mein Wissen eine zweite Schule hinzugefügt. Ich befragte den Inspektor des Misrachi, und es wurde mir mitgeteilt, dass es in Balfouria verschiedene Familien gebe, die eine Misrachischule wünschen. 21 Kinder wären da, deren Eltern Misrachiunterricht wollten. Da sagte ich sogleich: natürlich, sie müssen Misrachiunterricht erhalten. Ist das so schrecklich? (Zwischenruf: Nein!) Aber das „Wie", das müssen Sie mit mir besprechen. Fünfzehn Minuten von Balfouria entfernt liegt z. B. Afuleh. Und in Afuleh gibt es eine Misrachischule, die nicht überfüllt ist und deren Lehrer noch 21 Kinder unterrichten können. Oder es könnte durch Hinzufügung