Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 417)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ussischkin 279 Der erste Teil der neuen Käufe muss im Emek Jesreel erfolgen, wo wir in den letzten acht Jahren unsere Siedelungen angelegt haben. Zur Konsolidierung — so heisst das neue Wort, das geschaffen wurde — dieser neuen Siedelungen braucht man nicht nur Inventar, sondern auch Boden. In der Abteilung für Kolonisation bei der Exekutive wird jetzt die Frage der Bodeneinheit für jede einzelne Siedlerfamilie studiert. Um diese Siedelungen, die schon bestehen, zu entwickeln und zur Gesundung zu bringen, müssen an verschiedenen Orten Bodenparzellen gekauft werden. Man könnte dieses Problem vielleicht auch in einer anderen Form entscheiden, gegen welche jedoch mein und meiner Kollegen Gewissen ganz entschieden spricht, nämlich in der Form, dass die Zahl der Siedler in den Kolonien verkleinert wird. Diese Form aber können wir nicht akzeptieren, denn der Jude, welcher ins Land gekommen ist, muss mit Boden versorgt werden und darf die Kolonie nicht verlassen. (Beifall.) So ist denn der Zukauf von Boden eine wichtige Frage der Konsolidierung. Ueber den zweiten Punkt des Bodenkaufprogramms, der besprochen und in der Presse behandelt wurde, werde ich mich kurz fassen: Es ist die Sorge um die alten und die neu gegründeten Kolonien in der Ebene Saron von Haifa bis Gaza, wo sich die Pflanzungskolonien in grossem Masstabe entwickeln. Dort muss in dieser oder jener Form die Arbeiterschaft mit Boden versorgt werden. Unter Arbeiterschaft verstehe ich nicht diese oder jene Gruppe. Für den Keren Kajemeth und den Kongress ist es gleichgültig, welche Anschauungen diese Arbeiterschaft hat. Wer arbeitet und arbeiten will, hat volles Recht darauf, mit einer Bodenparzelle versorgt zu werden. Nach der Bodenfrage ist die zweite schwierigste Frage die der jüdischen Arbeit. So wie wir ohne Boden kein Land haben werden, werden wir auch ohne jüdische Arbeit kein Land haben. Um all den Reibungen ein Ende zu machen, genügt es nicht, darüber zu sprechen und zu schreiben, sondern man muss das Leben so gestalten, dass für den jüdischen Arbeiter die Möglichkeit entsteht, in den Kolonien zu arbeiten, und dass der Arbeiter die Sicherheit hat, dass er früher oder später als selbständiger Kolonist wirkt. Es gibt unter der Arbeiterschaft Meinungsverschiedenheiten, in welcher Form das geschehen soll, ob durch Zuweisung von kleineren oder grösseren Parzellen usw.; diese Fragen sind sehr wichtig. Ihre Lösung steht noch nicht fest. Eines aber ist klar: in welcher Form auch immer dies geschehen soll, Boden muss reserviert werden. Und Boden reservieren kann nur der Keren Kajemeth, das einzige Institut dss Bodenkaufes der Zionistischen Organisation. Es ist nicht immer leicht,, in der Nähe der Kolonien Boden zu kaufen. Dazu wachsen die Preise von Tag zu Tag. Die Preise steigen aus zwei Gründen. Manche behaupten, der Boden werde billiger werden. Ja, es können solche Momente kommen, wenn man aufhört, Boden zu kaufen. Aber in dem ersten Moment, wo wir wieder beginnen Boden zu kaufen, steigen die Preise. 26