Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 276 (sequence 414)
- Language
- German, English, Hebrew
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276 10. KONGRESS-SITZUNG: Referat über die Aufgaben des Keren Kajemeth Jetzt gehe ich zum zweiten, wichtigsten Teil unserer Arbeit über, nämlich zu dem, was wir in den letzten zwei Jahren im Lande selbst geschaffen und welche Verpflichtungen wir übernommen haben. Es wird immer davon gesprochen, dass der Keren Kajemeth mit Verpflichtungen überlastet ist. Das ist richtig, doch ich möchte bemerken, dass unsere Verpflichtungen nach Ablauf der letzten zwei Jahre dieselben, vielleicht noch kleiner sind als zu Beginn dieser zwei Jahre. Trotz den verkleinerten Verpflichtungen haben wir doch in den letzten zwei Jahren das geschaffen, was ich später aufzählen werde. Es wäre selbstverständlich das Rationellste und Ruhigste und für die Direktoren des Keren Kajemeth das Leichteste, das Geld zu haben und nachher erst die Arbeit zu beginnen. Es wäre auch das Gesündeste, Beste und Vernünftigste. Aber unser ganzes Leben ist nicht vernünftig, und darum sind unsere Handlungen unvernünftig für die, welche alles haben, und sehr vernünftig für die, welche nichts haben. Was haben wir in diesen zwei Jahren erworben? Wir haben in diesen zwei Jahren unser Bodeneigentum um mehr als 40 Prozent vergrössert. Wir haben an 100 000 Dunam erworben. Vorerst einige kleine Parzellen im Pflanzungsgebiet von Judäa (2500 Dunam), dann haben wir einen kleinen Anfang gemacht im Emek Hajarden, wo wir 1500 Dunam erwarben. Wir haben auch unsern Besitz im Emek Jesreel um 22 000 Dunam ausgedehnt. Im Zentrum des Pflanzungsgebietes haben wir eine grosse Tat vollbracht. Wir haben hier 48 000 Dunam erworben, wovon wir 33 500 schon erhalten haben und 15 000 in den nächsten Monaten bekommen werden. Wir verdanken die Möglichkeit dieses Erwerbes der grossen Spende der Juden Kanadas, und ich erlaube mir, den anwesenden Delegierten von Kanada, insbesondere Herrn Freimann mit grosser Freude zu dieser Leistung zu gratulieren. Der zweite grosse Erwerb ist in der Haifa-Bay. Wir haben schon vor 3% Jahren 11 000 Dunam erworben, dieses Jahr noch 22 000 Dunam gekauft und sind jetzt Herren von 33 000 Dunam, d. i. zwei Drittel der ganzen Haifa-Bay. Ich will bei dieser Gelegenheit etwas richtigstellen, was Herr Sacher gesagt hat. Ich will mir als Vertreter des Direktoriums des Keren Kajemeth nicht erlauben, mit Herrn Sacher zu polemisieren. Ich weiss auch nicht, ob sein Angriff gegen den Keren Kajemeth hier am Platze war. Herr Sacher sagte, dass die Verwaltung des Keren Kajemeth 5500 Dunam Boden der Arbeiterschaft versprochen hat, bevor der Boden gekauft war. Die Sache verhielt sich anders. Wir haben mit voller Zustimmung der damaligen Exekutive beschlossen, der Arbeiterschaft den Boden zu geben, als wir bereits 1 1 000 Dunam im Besitze hatten.