Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 269 (sequence 407)
- Language
- German, English, Hebrew
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Hantke 269 nisatorischen Formen des jüdischen Lebens, nämlich die Gemeinden, ganz oder teilweise Träger der Sammelarbeit für Palästina werden. Und hoffentlich wird die Erweiterung der Jewish Agency diesen Weg erleichtern. Vorläufig ist dies aber nur eine der Zukunftsmöglichkeiten, die wir im Auge behalten müssen, nicht aber eine mögliche Form praktischer Politik. Dasselbe gilt von der Frage der Anleihe. Auch heute operieren die Zionistische Organisation, Keren Kajemeth und Keren Hajessod mit Anleihen. Sie sind sogar nicht unbedeutend. Sie sind aber verhältnismässig kurzfristig und infolgedessen nur geeignet, momentanen Bedürfnissen abzuhelfen. Eine langfristige Anleihe, wie sie Staaten und andere Einrichtungen öffentlichen Rechtes erhalten, kann auch von der zionistischen Bewegung und der Jewish Agency in Anspruch genommen werden. Denn sie ist durch die regelmässigen Einnahmen der Fonds gesichert. Sie wird natürlich zunächst zur Abdeckung der laufenden kurzfristigen Anleihen, sodann aber zu neuen Investitionen benützt werden. Zinsendienst und Kapitalabzahlung dürfen dabei eine angemessene Proportion zu den Einnahmen der Fonds nicht überschreiten. Denn freiwillige Sammlungen haben zur Voraussetzung, dass sie in ihrem wesentlichen Teil für neue Aufgaben gesammelt werden. Sammlungen zur Deckung alter Verpflichtungen aus Anleihen sind für eine längere Reihe von Jahren undurchführbar. Im Moment erschwert die Lage des Kapitalmarktes leider die Aufnahme einer solchen langfristigen Anleihe. Das Problem muss aber um so mehr beachtet werden, als auch unter den heutigen Finanzverhältnissen Anleiheformen denkbar sind, die zwar noch nicht reguläre langfristige Anleihen im Sinne der Finanzwelt darstellen, die sich aber diesem Typus der Kapitalbeschaffung nähern und so neben und auf der Grundlage unserer Sammlungen neue Formen der Finanzierung des Palästinaaufbaus ermöglichen. Praktische Notwendigkeiten und das Ideenfundament der Palästinaarbeit zwingen uns daher gleichmässig, unsere Kräfte in der Stärkung des Keren Hajessod als einer der beiden zentralen Sammlungen und der Keren Hajessod-Methoden als der bisher am besten erprobten Form zu vereinigen. Die bedeutende Rolle, die der Keren Hajessod bisher gespielt hat, entbindet natürlich auch nicht von der Prüfung der Frage, ob ein nationaler Fonds überhaupt notwendig ist, der in der Art des Keren Hajessod durch eine einzige Sammlung die notwendigen nationalen Kapitalien schafft. Gerade die Begleiterscheinungen der letzten Wirtschaftskrise und die Entwicklung privater Unternehmungen in dieser Krise selbst und unmittelbar nach Ablauf derselben haben dieses Problem wieder zum Gegenstand der Diskussion werden lassen. Schon die Aufbringung der Mittel für das Erziehungswesen und für das Sanitätswesen werden für die nächsten Jahre noch wichtige Aufgaben eines zentralen Fonds sein. Denn beim