Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 261 (sequence 399)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sacher 261 gerettet und den Verlust jüdischen Landes und jüdischer Siedlungen an die Araber verhindert. Auf dem Gebiete des Erziehungswesens ist es uns trotz den finanziellen Schwierigkeiten gelungen, das bestehende Schulsystem zu erhalten und auszubauen. Niemand konnte dieser Aufgabe mehr Zeit, mehr Gedanken und mehr Arbeit widmen als Miss Szold. Sie hat uns die Dienste eines ergebenen und erfahrenen Direktors des Erziehungswesens in der Person von Dr. Berkson gesichert. Das Budget des Erziehungsdepartements konnte nur dank der beträchtlichen Summen, die Miss Szold privat für diese Zwecke aufbrachte, balanciert werden. Die hergebrachte Organisation des Erziehungswesens ist sehr unbefriedigend. Miss Szold und Dr. Berkson haben einen Reformplan ausgearbeitet, der dem XVI. Kongress zu ernstester Erwägung vorgelegt werden wird, und sie werden dem Kongress auch die vielen andern Erziehungsprobleme vorlegen, die im Laufe der letzten beiden Jahre aufgetaucht sind. Einige Schritte wurden unternommen, um die Reduzierung der Kosten unseres Gesundheitsdienstes ohne Herabsetzung seiner Leistungen einzuleiten. Darüber wird ebenfalls Miss Szold berichten. Es wird dem Kongress in Erinnerung geblieben sein, dass gegen Ende des XV. Kongresses der Präsident der Organisation sich zur Frage des Verhältnisses der Exekutive zu andern Organen der Bewegung, insbesondere zum Keren Hajessod und Keren Kajemeth äusserte. Die Exekutive vertritt den Standpunkt, dass sie das oberste Organ der Organisation ist und dass ihr Wille in letzter Instanz entscheiden muss. Die Beziehungen zwischen der Palästinaexekutive und dem Direktorium des Keren Hajessod waren durchaus harmonische. Und wenn von Zeit zu Zeit, wie unvermeidlich, Meinungsverschiedenheiten auftauchten, so wurden sie in gegenseitiger Aussprache und, falls erforderlich, durch gegenseitiges Nachgeben beigelegt. Die Palästinaexekutive kann zu ihrem Bedauern nicht über ebenso gute Beziehungen zum Keren Kajemeth berichten. Nach Ansicht der Exekutive ist der Keren Kajemeth ein Bodenkaufinstrument für di? Zwecke der Kolonisation, und die Landkauftätigkeit muss in Uebereinstimmung mit der Kolonisationspolitik und den Kolonisationsplänen der Exekutive vor sich gehen. Natürlicher- und notwendigerweise muss in allen diesen Dingen ständige gegenseitige Beratung stattfinden, aber in letzter Linie muss die Entscheidung bei der Exekutive liegen. Die Ansicht des Keren Kajemeth scheint, nach seinem Verhalten zu schliessen, zu sein, dass er eine völlig unabhängige Institution ist, die in keiner Weise die Pflicht hat, mit der Exekutive zu beraten oder von ihr Direktiven zu erhalten. Der Keren Kajemeth geht sogar so weit, das Recht der Exekutive, Kolonisationsfragen zu entscheiden, in Zweifel zu ziehen. Der Kongress darf ein weiteres Andauern dieses Zustandes nicht gestatten.