Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 255 (sequence 393)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sokolow, Sacher 255 1. Mit dem Jischuw verbundene Probleme, 2. mit der Organisation verbundene Probleme, 3. mit der Regierung verbundene Probleme. Mit dem Jischuw verbundene Probleme. Ein gegen die Zionistische Palästina-Exekutive erhobener Vorwurf geht dahin, dass sie den Interessen des Jischuw fern und indifferent gegenübergestanden habe. Wenn damit gemeint sein soll, dass die Exekutive beim Besuch öffentlicher Versammlungen und Demonstrationen oder bei Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch die Presse keine besondere Aktivität an den Tag legte, so liegt in dem Vorwurf ein gut Teil Wahrheit, obwohl es nur korrekt ist, festzustellen, dass Miss Szold stets bereit war, auf ihre knapp bemessene Ruhezeit zu verzichten, um die Palästina- Exekutive bei öffentlichen Veranstaltungen des Jischuw zu repräsentieren. Anderseits waren die verschiedenen Mitglieder der Exekutive den Vertretern von Institutionen und Gruppen jederzeit erreichbar. Aber die Politik der Palästina-Exekutive gegenüber dem Jischuw wurde durch zwei Hauptprinzipien bestimmt: a) Ermutigung des Jischuw bei allen geeigneten Gelegenheiten und in allen Arbeitsgebieten, in der Richtung, dass der Jischuw soweit als möglich seine eigene Kraft der Selbsthilfe entwickle und seine eigenen verantwortlichen Massnahmen ergreife. Die Dinge sind schon zu weit gediehen, als dass man noch auf die Zionistische Organisation wie auf eine Art Vorsehung blicken könnte, von der man in allen Angelegenheiten, grossen und kleinen, uns angehenden oder uns nicht angehenden Fragen, die Rettung erwartet. Die Palästina-Exekutive war der Meinung, dass diese Einstellung bekämpft werden und dass der Jischuw lernen müsse, dass es zwar einerseits ein der Zionistischen Organisation vorbehaltenes Arbeitsgebiet gäbe, aber auch ein grosses und wichtiges Gebiet, Jas dem Jischuw zustehe, und dass es zum Nutzen aller gereichen werde, wenn der Jischuw sich, wo immer er es könne, selbst helfe. Dieser Wechsel der Tendenz war nicht immer angenehm und reibungslos durchzuführen, aber die Exekutive ist überzeugt, dass ein bemerkenswerter und nützlicher Wandel im Gange ist. b) Das zweite Prinzip, das die Beziehungen zwischen Palästinaexekutive und Jischuw bestimmt hat, war, dass die Exekutive stets bereit sein müsse, Rat, Hilfe und Intervention da zu gewähren, wo wichtige Interessen des Jischuw in Kontakt mit den Verwaltungsbehörden traten. Ich kann dies illustrieren — ohne im übrigen die Liste der Beispiele erschöpfen zu wollen, — indem ich drei Klassen von Problemen anführe, bei denen die Palästinaexekutive um Hilfe angegangen wurde und in gewissem Grade auch dem Jischuw erfolgreich geholfen hat: lokale Selbstverwaltung, Industrie und Steuerwesen. Es ist allgemein bekannt, dass die Palästina-Regierung den Entwurf einer Verordnung über die örtliche Selbstverwaltung publizierte, der die Stellung der lokalen Behörden aufs schwerste