Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 375)
- Language
- German, English, Hebrew
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Brodetsky 237 ihr Programm nicht einen arbeiterfeindlichen Standpunkt hereingebracht hätten, so hätten sie in Palästina die Majorität gehabt. Das ist möglich, vielleicht hätten die Revisionisten in diesem Falle auch die Majorität in England gehabt; denn würde der Revisionismus die arbeiterfeindlichen, militaristischen und ähnliche Elemente aus seinem Programm entfernen, dann wäre er bloss eine Bewegung der Unzufriedenheit, und unzufrieden sind wir von der Mitte auch. Es handelt sich aber nicht darum, ob man zufrieden oder unzufrieden ist, es handelt sich darum, was man tun soll, um zufrieden sein zu können. Auf diese Frage hat Herr Grossmann versucht, eine Antwort zu geben. Es ist schon Mode bei der revisionistischen Partei, dass Herr Grossmann immer mit dem praktischen Programm, mit den praktischen Schlussfolgerungen der Prinzipien ihrer Bewegung auftritt. Nebenbei hat man die Exekutive kritisiert und zum Beispiel gesagt, dass in bezug auf das englische Parlament in der letzten Zeit nichts von zionistischer Seite unternommen wurde. Ich möchte Herrn Grossmann ersuchen, dass er sich früher darüber informiere. Dann wird er erfahren, dass es nicht richtig ist. (Zwischenruf Grossmann: In der politischen Kommission werde ich Ihnen sagen, was Sie aus dem parlamentarischen Komitee gemacht haben.) Auf solche Einzelheiten kann man in einer offenen Versammlung nicht eingehen. Und wenn Sie es in der politischen Kommission sagen werden, werde ich in der politischen Kommission die Antwort erteilen. Aber wenn Herr Grossmann weiter gesagt hat, dass die Exekutive in den politischen Kreisen die Revisionisten verleumdet hat, so stellt er schon die Frage, ob wir dem jüdischen Volke und der zionistischen Bewegung gegenüber loyal sind. Ich möchte hierauf nur eines antworten. Woher weiss Herr Grossmann, was die Exekutive in politischen Kreisen spricht? Hat er dort vielleicht einen Nachrichtendienst eingerichtet? Aber dies ist absolut unrichtig. (De Haas: Der beste Beweis dafür, dass Sie Verleumdungen getrieben haben, ist, dass Sie nicht ausführen, was Sie tun wollen.) Ich habe in meiner Jugend viel Talmud studiert und kenne Pilpul. Der Zwischenruf von de Haas enthält aber zu viel Pilpul und ist mir unbegreiflich. Nun hat Herr Grossmann uns beschuldigt, dass wir, die Exekutive, die revisionistische Partei verdrängen, sie isolieren und ihr keine Möglichkeiten geben, mit der Exekutive und überhaupt mit der Bewegung in Verbindung zu stehen. Ich möchte eine Tatsache betonen. Auf diese Tatsache möchte ich eine Antwort bekommen. Einen Monat, nachdem ich in die Exekutive eingetreten bin, haben wir eine der wichtigsten Fragen behandelt, die auf der Tagesordnung der zionistischen Bewegung steht. Wir haben beschlossen, dass diese Frage zu wichtig ist, als dass wir, die Exekutive, eine kleine Körperschaft, darüber auf eigene Faust beschliessen könnten. Wir haben beschlossen, uns an die Führer aller zionistischen Richtungen und auch die Führer des jüdischen Jischuw in Erez Israel zu wenden und sie um ihre Meinung zu befragen. Unter andern haben wir uns offiziell auch an den Führer der revisionistischen Partei in Erez Israel