Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 209 (sequence 347)
- Language
- German, English, Hebrew
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Motzkin, Kaznelson 209 neunten Male hier versammelt und freuen uns, dass unsere Beratung gerade auf einen solchen Feiertag fällt. Ich glaube in Ihrem Sinne zu handeln, wenn ich unseren Gruss und unsere Sympathie der Schweiz, dem Schweizer Volk, den Schweizer Völkern zum Ausdruck bringe. Ich bitte um Ihre Ermächtigung, dies dem Kanton Zürich, der Bundesregierung und dem Völkerbund zum Ausdruck bringen zu dürfen. (Allgemeiner Beifall.) In Anbetracht dieses Feiertages findet heute Nachmittag keine Sitzung statt. Berl Kaznelson (A. C, Poale Zion — spricht jüdisch): Es ist interessant, dass man diesmal nicht von der Arbeiterdiktatur gesprochen hat. Man hat uns sogar auf diesem Kongress sehr gern. leb weiss nicht, ob es Ansicht der Exekutive ist, aber bei einigen Rednern konnte man merken, dass sie bereit sind, uns sogar in die Exekutive hereinzunehmen. Woher stammt dieses gute Verhalten? Vielleicht, weil wir zu diesem Kongress mit grösseren Kräften als sonst gekommen sind, weil man sieht, dass die Arbeiter, vielleicht die produktivste Kraft im Zionismus, in Erez Israel immer mehr zunehmen. Mit uns wächst das wirtschaftliche Leben im Lande, mit uns wächst die kulturelle Entwicklung des Landes und der jüdische Jischuw. Und wenn der Zionismus eine künftige Generation hat, eine schaffende Generation hat, so hält sie zu uns. Gerade dieses Zunehmen unserer Kraft macht manche Herren besorgt. vVir haben von Hindes gehört, dass die Wahlen keine Wahlen sind. Herr Brodetsky denkt an Wahlreformen. Gerade auf diesem Kongress hat man von der Romantik des Schekels gesprochen. Ich glaube, dass diese Romantik sehr übertrieben ist. Ich erinnere mich an die ersten Kongresse, und ich habe nicht vergessen, wer die Wähler und wer die Gewählten waren. Zu den ersten Kongressen konnte nur der Gwir der Stadt reisen. Es war keine Rede von Demokratie. Unsere Kraft bestand nicht in den Wahlen, in den demokratischen Wahlen. Unsere Kraft bestand in Herzl, in Herzls Traum, in der Idee von der Organisierung des jüdischen Volkes. Wir warer ganz fern von der Demokratie. Zur Demokratie sind wir erst in den letzten Jahren gelangt. Gerade der einfache Mensch sitzt jetzt im Kongress. Gerade mit der Vereinheitlichung des Schekels, mit dem proportionellen Wahlsystem, mit der Beteiligung der grossen Masse der Interessierten, beginnt die wahre Demokratie. Vor dieser Lage hat man Furcht, und nicht deswegen besteht ein so gutes Verhalten zu uns, sondern weil man glaubt, dass wir zu Schafen geworden sind und dass wir uns mit dem Regime der Stagnation, der Nichtarbeit, des Nichtschaffens, ich würde sagen, des Nichtexperimentierens, einverstanden erklären werden. Dann muss ich Ihnen erklären, dass Sie sich irren. Wir sind keine stillen und ruhigen Kinder geworden. (Beifall.) Und wenn die