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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 208

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 208 (sequence 346)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7358-3483506
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208 8. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte Nur noch kurz kann ich über den andern wichtigen Bezirk sprechen. Es ist die Frage der Erziehung der Jugend in Palästina. Ich glaube, ich habe in meiner Lebensarbeit gezeigt, dass ich die ungeheure Wichtigkeit der nationalen Formen für das Judentum zu würdigen weiss. Ich weiss, was die Erneuerung der hebräischen Sprache bedeutet. Aber die Formen sind zu wenig; ja die Formen können sogar destruktiv wirken, wenn keine Gehalte da sind. Gewiss, es ist selbstverständliche Voraussetzung, dass Hebräisch gesprochen wird; aber damit fängt es erst an. Jetzt erst erhebt sich die entscheidende Frage: Was wird in dieser Sprache von dort aus gesprochen? Es genügt nicht, Erneuerung zu sagen und es formal zu meinen, man muss die Erneuerung ganz ernst nehmen. Das heisst: wie von der Tradition nährende tragende Kräfte ausgingen, müssten sie nun auch von der Erneuerung ausgehen als richtunggebend für das Leben. Ich wünsche als bestimmend für die Erziehung in Palästina einen hebräischen Humanismus im realsten Sinn. Und zwar nicht als etwas, was man der Entwicklung zu überlassen hätte, sondern als etwas, was bestimmend wirkt für das Programm, die Lehrpläne, die Struktur der Schulen und der ganzen Erziehung. Ich habe den Zustand der Jugend in Palästina ein wenig kennen gelernt und ich darf nicht verschweigen, dass es auch hier furchtbar viel Sacro Egoismo gibt. Was ich unter Humanismus verstehe, ist, dass die Jugend in Palästina den Weg von der nationalistischen Assimilation des Sacro Egoismo zur nationalen Chaluziuth geführt werden: dass sie erzogen werde, mit ungebrochener Menschlichkeit die geschichtliche Menschheitsaufgabe des neuen Judentums am ewigen Völkertor zu erfüllen. (Starker Beifall.) Vorsitzender Motzkin: Heute ist ein nationaler Feiertag für die Schweiz, der national bedeutsamste Feiertag, das Fest der Vereinigung und das Fest des Fortbestandes. Dass bei uns für solche Feiertage Verständnis besteht, beweist unsere ganze Haltung in all den Jahrtausenden, die Tatsache, dass wir den Auszug aus Aegypten noch immer feiern, nachdem wir noch zweimal aus Palästina vertrieben wurden. Es ist ein Verständnis für die Idee der Freiheit. Wir tagen in diesem Lande bereits zum neuntenmal, zum erstenmal waren wir hier, als unser wunderbarer erster Kongress stattfand; ihm folgte eine ganze Reihe von Kongressen. Wir haben hier manche Leiden durchgemacht, manche schweren und manche schönen Kongresse erlebt. Und wir sind immer in gebührender Weise empfangen worden. Es war dies die Sympathie für unsere Idee. Das soll man sich immer vergegenwärtigen, wenn man von Sympathie spricht, denn der richtige legitime Nationalismus beginnt erst dann, wenn man Verständnis hat für den Nationalismus anderer. Wir sind zum

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