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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 203

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 203 (sequence 341)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7353-3483501
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Farbstein, Buber 203 kinder. Wie wird sein Schulwesen durch die offizielle Leitung behandelt? Die schlimmsten Schikanen werden auf Schritt und Tritt dem Misrachi auferlegt. Der Leiter des Misrachi-Schulwesens, Rabbiner Bermann, hat gegen diese Schikanen energisch protestiert und sein Amt niedergelegt. Herr Sacher hat ihm darauf erwidert: Sie sind Beamter, und Beamte haben kein Recht hineinzureden, sie müssen schweigen. Welche Aufmerksamkeit dem Misrachischulwesen von Seiten der zionistischen Leitung geschenkt wird, sehen Sie schon aus dem Berichte an den XVI. Kongress, wo auf 22 Seiten über Erziehung gesprochen und kein einziges Wort über die Misrachischulen erwähnt wird. Ich will Ihnen nun, hoher Kongress, eine Tatsache zitieren, die die Beziehung der zionistischen Exekutive in Erez Israel zum misrachischen Schulwesen am besten charakterisiert. In Sichron Jakob haben von 100 Kolonisten 98 beschlossen, in Sichron Jakob Misrachischulen einzuführen. Als die zionistische Leitung die Eröffnung der Schule immer wieder verschob, haben die Eltern bei Herrn Berkson, dem Leiter des Chinuch, interpelliert und erhielten zur Antwort, dass die Schule nur dann eröffnet werden wird, wenn sie auf die religiöse Erziehung verzichtet. Wenn eine derartige Behandlung in irgend einem Lande im Galuth stattgefunden hätte, würden wir die ganze Welt zu einem Proteste auffordern, in Palästina aber ist alles gestattet. Wie denkt sich nun Herr Dr. Ruppin die Rückkehr zum traditionellen Judentum bei der Rückkehr ins Judenland? Wir befinden uns auf dem Scheidewege. Ich glaube an die unerschöpfliche Kraft der zionistischen Idee. Wir sollen vor der Jewish Agency nicht zurückschrecken, mit doppelter Energie, mit dem ganzen Vertrauen zu der Sache, aber auch mit grosser Wachsamkeit wollen wir unsere Arbeit weiterführen; in dem unerschütterlichen Willen, in der unermesvlichen Grösse unseres Ideals liegt unser Erfolg. (Beifall.) Del. Dr. Martin Buber (Hitachduth— spricht deutsch): Ich gehöre nicht zu denen, welche der Erweiterung der Jewish Agency mit sorgenfreiem Herzen entgegensehen. Die Sorgen aber, die ich habe, sind nicht solcher Art, wie man sie einer politischen Machenschaft gegenüber hat, sondern solcher Art, wie man sie einer historischen Tatsache gegenüber hat. Es ist nicht etwas gemacht worden. Es hat sich etwas vollzogen. Der Aufbau Palästinas ist eine so gewichtige geschichtliche Realität geworden, dass er — nicht Menschenwille, sondern er selber die ganze Judenheit nunmehr als ein Subjekt anfordert, der ganzen Judenheit Verantwortungsbewusstsein anruft. Von dieser Anforderung aus hat sich innerhalb der Judenheit, welche wir die nichtzionistische nennen, ein bedeutsamer Differenzierungsprozess zu vollziehen begonnen. Sein Ergebnis können wir noch nicht absehen. Das sogenannte nichtzionistische Judentum ist in Fluss geraten, und zwar von

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