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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 200

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 200 (sequence 338)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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200 8. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte In dem Moment, wo wir unsere Unterhandlungen mit den neuen Partnern abschliessen sollen, müssen wir manche brennende Frage berühren, und zwar wegen der ungerechten, ja schmählichen Behandlung, die wir von Seiten der Mandatsregierung erfahren. Man muss unsere neuen Partner darauf aufmerksam machen, damit sie nicht glauben, dass die gegenwärtige Lage eine normale ist. Wir wollen den schärfsten Protest erheben, denn die bisherige Behandlung könnte auf zwei Sachen zurückzuführen sein: Entweder unsere Exekutive ist zu schwach, oder die Behandlung der politischen Fragen von Seiten der Exekutive beruht auf einem falschen System. Unser Präsident Dr. Weizmann hat in seinen Aeusserungen in bezug auf das Auftreten von Ussischkin betont: Jetzt kommt Ussischkin und greift die Regierung an und dann wird er von der neuen Exekutive verlangen, bei der Regierung Vorstellungen zu erheben. Ich betrachte Herrn Dr. Weizmann als sehr tüchtigen Politiker und kann wirklich nicht verstehen, wie er auf die Idee kommen kann, dass Angriffe auf die Regierung von Seiten der Opposition nicht zulässig seien. Wie ist es in einem anderen Parlament? Wird die Regierung durch die verschiedenen Parteien nicht angegriffen? Wäre nicht Ussischkin aufgetreten, müsste man einen Ussischkin beschaffen, der auftreten würde! Mit Bitten und Loben kann man schwerlich politische Erfolge erreichen. Unsere Exekutive muss fortwährend auf der Wacht stehen, dass die ungerechte Behandlung der Mandatarmacht nicht mit der Zeit zum Prinzip werde; wir müssen bei jeder Gelegenheit gegen jedes Unrecht scharf protestieren, damit es nicht später als Präzedenzfall diene. Ich will ein kleines Beispiel anführen: Auf den Palästina-Postmarken gibt es zwei kleine Buchstaben, Aleph Jod. Ich frage: Warum steht dort nicht ausdrücklich „Erez Israel"? So kann es ja ebensogut Erez Ismael wie Erez Israel sein. Wir haben bis nun nichts unternommen, und nach zehn Jahren wird man sagen können: Lassen wir es beim Status quo! Wenn die Gleichberechtigung der hebräischen Sprache tatsächlich anerkannt wurde und die hebräische Sprache eine der drei offiziellen Sprachen von Erez Israel sein soll, müssen wir mit der ganzen Entschiedenheit gegen die stiefmütterliche Behandlung unserer Sprache in unserem nationalen Heim protestieren. In unserem Heimatlande erlaubt man uns bis nun, unsere hebräischen Depeschen nur mit lateinischen Buchstaben zu schreiben. Das englische Gericht, an welches sich einer der Interessenten wandte, erklärte, es wäre aus technischen Gründen unmöglich, Depeschen mit hebräischen Buchstaben in Empfang zu nehmen. Von den Arabern werden aber Depeschen in arabischen Buchstaben angenommen. Warum sind bei der arabischen Sprache keine technischen Gründe vorhanden? Es werden wieder einige Jahre vergehen, und die Mandatsregierung wird sich wieder auf einen Status quo berufen. Was hat nun unsere Exekutive unternommen, um diesem Uebel endlich ein Ende zu schaffen?

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