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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 188

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 188 (sequence 326)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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188 7. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte lische Regierung viel milder beurteilen, als wir geneigt sind, es zu tun. Das Forum, das da urteilt, die englische öffentliche Meinung, die öffentliche Meinung in Völkerbundskreisen, der aufgeklärten zivilisierten Welt, die wird vielleicht sagen, ja hie und da könnte die Regierung anders handeln, aber im grossen und ganzen war sie gezwungen, so zu handeln. Nicht ich sage das, aber die Meinung der Welt sagt das, und die fällt ins Gewicht, genau so und vielleicht mehr als unsere eigene. Das sind eiserne Tatsachen, über die man sich nicht mit einer Phrase und nicht mit einer Rede und nicht mit einem Angriff auf die arme Exekutive hinwegsetzen kann. Es ist sehr einfach, uns nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die Sünden der Regierung verantwortlich zu machen. Sie zwingen uns immer in die Stellung von Verteidigern der englischen Regierung. Gewiss geschieht uns in manchem Unrecht. Es wird noch lange so sein, weil wir eben das sind, was wir sind. Und solange wir schwach sind, wird uns Unrecht geschehen. Das ist nicht Beruhigung, nicht Verteidigung, das ist Konstatierung. Manchmal beneide ich die Leute, die da kommen und sagen, ja, ich habe meine Schuldigkeit getan, ich habe der Regierung ein Memorandum präsentiert, ich habe Protest eingelegt. Ich weiss, dass man Hunderte Memoranden schreiben muss und dass man jede Stunde seines Lebens wachen muss und dass man langsam vorwärts kommt. Und ich bin genau so ungeduldig wie Sie; aber man muss Geduld lernen. Und das ist eine schwere Schule. Ich will nicht wiederholen, was ich auf anderen Kongressen gesagt habe. Zeigen Sie eine andere Methode, finden Sie andere Leute. Sie haben keine gefunden. Wir müssen mit unsern Methoden arbeiten, und bekommen als Resultat vielleicht wenig — aber es ist das einzig Mögliche. Wenn sich in diesem Hause einer findet, der wirklich neue und rationelle Methoden hat, so bin ich sicher, er würde einstimmig gewählt werden. Er hätte sicherlich meine Stimme. Aber der Mensch ist, wie es scheint, nicht da. Natürlich empfindet man alles, was in Palästina mangelhaft ist. Aber es gibt darauf nur eine Antwort: mehr arbeiten, intensiver arbeiten, immer neue Positionen in Palästina erwerben; noch eine Kolonie, noch eine Schule, mehr Kredit. Ich glaube, es wird mir niemand nachsagen, dass ich dieses Rezept nicht voll und ganz durch mein ganzes Leben befolgt habe. Auch ich könnte mich hinstellen, mir auf die Brust schlagen, die Regierung angreifen und die Galerie begeistern, aber das eiserne Leben steht mir gegenüber, ich beisse die Zähne zusammen und gehe weiter an die schwere tägliche Arbeit, in der Hoffnung, dass es denen, die nach uns kommen werden, leichter werden wird, als es uns war. (Beifall.) Ich bin nicht gewöhnt, leicht und leichtsinnig Komplimente zu sagen. Aber ich sage nur, es ist immer eine Freude, eine Rede von Arlosoroff zu hören, ich habe mit grosser Aufmerksamkeit seine Ausführungen verfolgt,

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