Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 323)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ussischkin 185 unserer Liebe zur arabischen Welt} Sie wissen doch, dass das nichts nützt, weil alle unsere Gegner es schon wissen; dass es nicht nützlich ist, ist klar, und dass es nicht ästhetisch ist, ist sicher. Gerechtigkeit ist eine glänzende Sache, wenn sie im Leben verwirklicht ist, aber nichts, wenn man über sie nur spricht. Wir haben keine Kraft im Lande, und darum sind unsere Deklarationen bedeutungslos. Und es wäre sehr vernünftig für unsere ganze weitere Zukunft (das sage ich nicht nur zur Exekutive, die dieses Mal wenig darüber sprach, sondern auch zu andern), wenn wir schweigen würden. Das dritte Moment ist die A g e n c y. Es haben mich viele gefragt, wie meine Stellung zu dieser Frage ist. Ich habe sie vor zwölf Monaten im Juli in der Sitzung des Aktionskomitees klar und deutlich gesagt und nicht einen Gedanken verborgen. Die Antwort darauf war, dass 90 Prozent der zionistischen Welt gegen 10 Prozent diesen Weg gehen wollen. Vor mir lagen dann drei Wege; der eine: von der Organisation wegzugehen; der zweite: eine Revolution in der Organisation durchzuführen und einen Kampf, um die Ansichten der 90 Prozent zu ändern; der dritte: sich der grossen Majorität zu fügen und alle Kräfte herzugeben, damit etwas Bestehendes so gut wie möglich gemacht werde. Den ersten Weg habe ich nicht gewählt, denn es wäre ein Verbrechen, seine Kräfte der Bewegung zu entziehen, um sich zu beruhigen. Auch der zweite Weg ist ungangbar, denn Revolution in einer Organisation ist am Platze, wenn Heiligtümer angetastet werden. Wir haben drei Heiligtümer: Religion, Land, Sprache. Alle diese Heiligtümer sind unantastbar, auch in der neuen Form unserer Arbeit. Und darum entscheidet nicht der Revolutionär, sondern die Organisation. Ich bleibe und werde meine Kräfte geben, wie Ihr sie braucht, dass etwas geschieht, um das Gute zu schaffen. Aber ich möchte in diesem Moment der Einigung ein persönliches Wort an Dr. Weizmann richten: vorgestern nach seinem Statement hat er ganz unprogrammatisch von dieser Tribüne geendet: Man soll den Keren Kajemeth nicht gegen die Agency ausspielen. Ich weiss nicht, wer Dr. Weizmann diese Nachricht gebracht hat. Er war kein Friedensfreund. Aber man darf die Agency auch nicht gegen den Keren Kajemeth ausspielen. Wir haben ein sehr schönes Referat von dem neuen Mitglied der Exekutive, Prof. Brodetsky, über Erziehung der Jugend gehört. Er sagte, die Jugend geht von uns weg, wir müssen Massnahmen treffen, sie wieder in unsere Reihen zu bringen. Er hatte nicht vollkommen recht. Die Jugend geht nicht von uns weg. Sie geht weg aus den Reihen der Allgemeinen Zionisten. Sie finden zehntausende junge Menschen in den Reihen des linken Flügels, viele tausende der Jugend in den Reihen des Misrachi Hazair und Hapoel Hamisrachi, viele tausende in den Reihen des Revisionismus. Sie finden aber keine Jugend in den Reihen der Allgemeinen Zionisten. Erkennen Sie die Ereignisse, die zeigen, dass nicht die Jugend schuld ist, sondern wir, die Allgemeinen Zionisten. Um die Jugend an-