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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 157

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 157 (sequence 295)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7307-3483455
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Reich 157 dem, was er beweisen wollte. Es ist nicht ein Beweis des Leichtsinns, sondern ein Beweis von Verantwortungsgefühl. Man kann den Körper des jüdischen Arbeiters aufs Spiel setzen, wenn es sich um die Rettung seiner Seele handelt, aber nicht, wenn es sich um eine Doktrin handelt. Man weist darauf hin, dass die Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten wollen, bisher nur auf philanthropischem Gebiet für das Judentum tätig waren. Unterschätzen Sie nicht die Philanthropie, welche bei den Juden eine besondere Bedeutung hat und welche nach dem Krieg zu einem sozialen Faktor im Leben des jüdischen Volkes geworden ist. Wir geben diesen Juden, welche ihr Judentum bisher nur philanthropisch ausleben konnten, neue Ideale und ein neues Feld für die Arbeit am jüdischen Volke. Während sie früher nur in Momenten der Gefahr an ihre Brüder in Ost und West gedacht haben, gewinnen wir sie für positive Arbeit, für den Aufbau des jüdischen Palästina. Das ist das Verdienst der erweiterten Jewish Agency. Ich verstehe sehr gut, wenn man sich darüber beklagt, dass die Wahlen zum Council nicht ganz regelrecht vor sich gegangen sind. Aber vergessen wir nicht, dass auch der Zionistenkongress in seinen Anfängen nicht so ausgeschaut hat wie heute und dass seine Delegierten nicht so demokratisch gewählt waren, wie es heute auf Grund unserer Organisation, unserer Statuten und des Kongressgerichtes der Fall ist. Ich bin überzeugt, dass es ebenso Pflicht der ersten Sitzung der Jewish Agency sein wird, einen regelrechten Wahlmodus einzuführen. Besondere Schwierigkeiten macht die Sache des Provisoriums. Man hat sich als Ideal ein Provisorium von drei Jahren vorgestellt. Nach drei Jahren wollte man sehen, ob eine stabile Ehe möglich sei. Das ist eine naive Anschauung. Wir dürfen uns nicht selbst herabsetzen und degradieren, indem wir annehmen, dass die Jewish Agency unseren Zionismus schwächen wird. Ich sehe eine Stärkung der zionistischen Idee voraus. Ich würde kein Unglück darin finden, wenn man, wie es ein Gegner der Jewish Agency befürchtet, gezwungen wäre, für den Keren Hajessod im Namen Weizmanns und Marshalls zu agitieren, aber man wird agitieren nicht nur im Namen Weizmanns, des Präsidenten der Zionistischen Organisation, sondern im Namen Weizmanns, des Präsidenten der gesamten Judenheit. Die Jewish Agency ist nicht nur eine materielle, sondern auch eine politische Notwendigkeit. Es ist ausser Frage, dass in der Politik nicht alles klappt. Ausser der Erhöhung des Schulbudgets von Seiten der palästinensischen Regierung sind unsere Postulate, speziell in bezug auf die Einwanderung und die Staatsländereien, nicht erfüllt worden, aber gerade deshalb ist es Pflicht, nun nicht nur im Namen der Zionistischen Organisation, sondern weiterer Kreise das Wort zu ergreifen. Es ist eine Erschwerung der Situation der Leitung, wenn man sie überbietet oder unterbietet. Die Leitung muss wissen, dass sie allein mit den massgebenden

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