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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 155

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 155 (sequence 293)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7305-3483453
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Schwarzbart 155 und Ende des Zionismus ist. Wir müssen zu einer Aenderung des Systems kommen. Jabotinsky hat eine glänzende Ansprache gegen die englische Regierung gehalten; ich bin einverstanden, aber vielleicht ist das ein Schuss an die unrichtige Adresse, weil die Sache realpolitisch anders steht: nicht was die Regierung schlecht getan hat, sondern was die Exekutive getan hat, um die Politik der Regierung zu ändern, ist massgebend. Mit Schmerz habe ich aber das letzte Memorandum der Exekutive an die Mandatkommission gelesen. Dieses Memorandum verfiel wieder in den alten Ton. Nicht Anklage, sondern Explikation, Zahlenangabe, Umschreibung. Es handelt sich nicht darum, Türen zuzuwerfen oder auf den Tisch zu schlagen. Aber es gibt doch zwischen diesen und einem Leisesprechen noch Nuancen, und darin liegt ein Fehler, der hervorgehoben werden muss. Und vielleicht haben die Revisionisten auch recht, wenn sie behaupten, dass die Mobilisierung der jüdischen öffentlichen Meinung als Rückendeckung für die Exekutive nötig ist, weil der Druck, wenn auch kein tatsächlicher, so doch ein moralischer Faktor, die Stellung unserer Exekutive stärkt. Vom Kongress muss im ernsten und würdigen Ton ein Protest ausgehen, und den muss man in Downing Street hören. Wir müssen uns gegen das System der palästinensischen Administration wenden. Ich verstehe, dass der verantwortliche Präsident der Exekutive nicht so reden kann wie ein jeder von uns es kann, dass er nicht zu stark kritisieren darf. Er hat gesagt, dass, obwohl wir nicht zufrieden sind, doch zwischen uns und der Mandatarmacht ein Verhältnis gegenseitigen Vertrauens besteht. Das ist ein Widerspruch, aber der Satz muss stilistisch so aufgebaut sein, wenn der Präsident der Exekutive spricht. Die Vertreter der Opposition können anders reden und können Kritik üben, doch muss es eine loyale und ernste Kritik sein. Wir betrachten die Jewish Agency als eine grosse Chance, wir verfallen jedoch nicht sofort in Begeisterung, weil wir glauben, dass dafür kein Grund vorhanden ist. Die Jewish Agency braucht eine gewisse Wartezeit; wird die Sache gut ausfallen, so werden wir sie loben, andernfalls muss uns der Weg der Kritik offen bleiben. Die Jewish Agency ist hervorgegangen aus der realen Notwendigkeit von Tatsachen, die im zionistischen Leben entstanden sind. Weizmann hat auf einer der letzten Aktionskomitee-Sitzungen erklärt, dass, wenn wir mehr für Keren Hajessod getan hätten, die Agency vielleicht nicht notwendig gewesen wäre. Wir alle glauben, dass es besser gewesen wäre, wenn wir die zweiten Fifty der Zionistischen Organisation hätten einverleiben können, wenn wir kein Bündnis hätten schliessen müssen, sondern die Organisation hätten erweitern und verstärken können. Die Jewish Agency erweitert aber den zionistischen Aktionsradius in jedem Falle. Wir müssen uns den realen Bedingungen anpassen und nicht theoretisch fragen, was wäre, wenn die Agency nicht bestünde, sondern was wir jetzt zu tun haben, da die Agency da ist.

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