Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 277)
- Language
- German, English, Hebrew
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Myer 139 anerkannt und Louis Marshall hat in Weizmann den Führer des jüdischen Volkes auf der ganzen Welt anerkannt. (Beifall.) Darin besteht der grosse Unterschied. Wir haben mit diesen Juden schon in verschiedenen anderen Institutionen zusammengearbeitet, in verschiedenen Hilfsorganisationen. Sie zeigen Interesse für jede jüdische Sache, für jede jüdische Organisation. Wenn sie kein Interesse bewiesen hätten, so wären sie nicht zu der Agency gekommen. Sie haben Interesse für das Judentum, sie sind wach für jeden jüdischen Kampf, für Minoritätsfragen, für Hilfstätigkeit und auch für bedrohte nationale Arbeit am Aufbau Palästinas. Und ich möchte ein Wort von Louis Marshall zitieren, das sehr charakteristisch ist: Wir wollen keinesfalls, dass irgendein Zionist sein Ideal irgendwie verbirgt, jeder soll seinen Willen auf seine Weise durchsetzen, jeder soll wirken, wie er es für richtig hält für das allgemeine Wohl des jüdischen Volkes. Da wir nun mit solchen Personen zu tun haben, betrachten wir die Erweiterung der Jewish Agency als einen Segen für den Jischuw von Palästina, wie auch für die Zukunft des gesamten jüdischen Volkes. (Beifall.) Man vergisst meist, dass als Vertreter verschiedener Gemeinschaften nicht nur Nichtzionisten in die Agency kommen, sondern auch Männer wie Bialik. Wir sollen uns nicht vor den neuen Freunden fürchten, sondern sie brüderlich aufnehmen; dann wird die gemeinsame Arbeit auch fruchtbar sein. Ich möchte noch einige Worte über die Fraktionen sagen. Wir englischen Zionisten sind nicht gegen die Fraktionen, wir haben Sympathien mit beiden Hauptfraktionen, sowohj mit dem Misrachi als auch mit den Linken. Aber der Misrachi soll nicht vergessen, dass er nicht der einzige ist, dem es obliegt, die heiligen Stätten in Erez Israel zu verteidigen, und die Poale Zion müssten im Auge behalten, dass es ökonomische Gesetze gibt, die unserer Kontrolle nicht unterstehen, welchen auch sie sich zu fügen haben. Sie mögen von der englischen Arbeiterpartei und der englischen Arbeiterregierung lernen, in welchem Masse diese sich den unvermeidlichen ökonomischen Gesetzen fügen. Wir sind, liebe Freunde, nicht in einer so glänzenden Lage, dr.ss wir uns Streitigkeiten erlauben könnten, um das Leben interessanter zu gestalten. Es muss bei uns in der Zionistischen Organisation Friede herrschen, damit das nationale jüdische Leben überhaupt eine Möglichkeit sei. Man könnte den Zionismus mit einem Baum vergleichen: die allgemeinen Zionisten bilden den Stamm, die Fraktionen die Zweige. Die Zweige sind vielleicht schöner, sie sind grün von schönem Idealismus, man soll aber nicht vergessen, dass, wenn der Körper geschwächt wird, die Zweige keine Grundlage für ihre Existenz haben. (Beifall.) Der Friede wird hergestellt werden durch gemeinsame Arbeit des Körpers. Wir schauen in die Zukunft mit vollständigem Zutrauen, wir kennen die Menschen, die an der Spitze der Exekutive stehen. Die Aufgabe und der Sinn einer Organisation besteht darin, dass sie bereit ist, grosse