Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 274)
- Language
- German, English, Hebrew
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136 5. KONGRESS-S1TZUNG: Generaldebatte Der Exekutive hat die ganze Zeit der Schwung gefehlt, der Enthusiasmus, der ein Volk mitreisst, der seiner Imagination entspricht. Dieselbe Erfahrung haben wir in der Frage der Immigration nach Palästina. Die Einwanderungsgesetzgebung in Kanada ist schwerer als in Erez Israel, doch unsere Führer führen unaufhörlich Verhandlungen mit der Regierung und üben einen Druck aus. Dadurch wird stets etwas erreicht. Das Fehlen eines grossen Planes und des Mutes zeigt sich auf allen Gebieten der Palästinaarbeit. Wir waren glücklich über die grossen Konzessionen in Erez Israel, über das Elektrifizierungsprojekt und über die Tote Meer-Konzession. Aber es fehlte das Verständnis der Führer, die jüdischen Interessen zu sichern. Auch auf dem Gebiete der Keren Hajessod-Arbeit geht man auf den alten ausgetretenen Wegen. Es wird Bureauarbeit geleistet, aber es fehlt das göttliche Wort, welches das Volk mitreisst. Daher entsteht Kleinlichkeit in unserer Arbeit, wie die schon auf diesem Kongress erwähnte Konkurrenz zwischen Keren Kajemeth und Keren Hajessod. Wir stehen auf dem Standpunkt, dass man Geld nicht für den oder jenen Fond schaffen soll, sondern für Erez Israel. Wir in den verschiedenen Ländern tun unsere Arbeit, aber wir fühlen nicht, dass eine führende Hand da wäre, dass ein treibender Gedanke vorhanden ist. Man hat uns vor der Jewish Agency A.ngst gemacht, die unter gewissen Umständen und Bedingungen unsere zionistische Sache gefährden könnte. Wir glauben jedoch: wenn die Zionistische Organisation genug gross, stark und fest organisiert sein wird, dann brauchen wir keine Furcht zu haben. Eine Gefahr droht nur, wenn sie schwach und mutlos sein wird. Von der Stärkung der Zionistischen Organisation hängt die ganze Entwicklung der Jewish Agency ab, denn wir werden für die Jewish Agency die Initiative geben und die treibende Kraft sein müssen. Diese Stärkung wird aber nur dann möglich sein, wenn sich auf dem Kongresse der Stand der Zionistischen Organisation widerspiegelt. Nach dem heutigen Wahlsystem ist das nicht der Fall, denn jetzt haben die verschiedenen Fraktionen die Möglichkeit, auf dem Kongress stärker vertreten zu sein, als es ihrem wirklichen Stande entspricht, die zionistischen Massen dagegen sind auf dem Kongress schwächer als in der Wirklichkeit. Wir halten es daher für eine der wichtigsten Aufgaben des Kongresses, das Wahl- und Schekelsystem zu ändern und Sicherheiten dafür zu scharfen, dass die künftigen Wahlen das zionistische Lager so widerspiegeln, wie es wirklich ist. Ebenso wünschen wir, dass das palästinensische Judentum das jüdische Volk so widerspiegeln soll, wie es in Wirklichkeit ist. Dazu muss das ganze System der Kontrolle der Emigration geändert werden. Auch die Methoden der Erziehung müssen sich ändern. Leider hat sich in Erez Israel kein System der Volkserziehung, sondern der Parteierziehung herausgebildet. Wir verstehen jüdische Erziehung im vollsten Sinne des Wortes als traditionelle, religiöse Erziehung, die auf dem alten jüdischen Wissen