Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 261)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476286--7273-3483421- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Jabotinsky, Suprasky 123 die Wirkung Ihrer Tat auf alle Kreise jüdischer Jugend sein. Sie wird aus dieser Tat lernen: S o behandelt man aLo eine Volkssache! Kein Jurist, kein Wirt, kein Familienvater würde seine Vermögen ohne Schutz, ohne Garantien in neue, fremde Hände übergeben. Aber über das Vermögen des Volkes, über das Heiligste, wofür Generationen gekämpft haben, verfügt man hier, ohne für eine Möglichkeit des Rückzuges zu sorgen... Schwer werdet Ihr dafür bezahlen! Und heute, auf dem Scheideweg, wo wir morgen abstimmen sollen, wo so viele von Euch mit schwerem Herzen ,,Jak' sagen werden, erkläre ich nicht nur im Namen der 18 000 Zionisten, die unsere Fraktion zum Kongress geschickt haben, sondern im Namen des Gewissens, im Namen des naiven reinen Glaubens unserer Jugend und des Glaubens unserer Väter, im Namen alles dessen, wofür Ihr und ich einmal zusammen gekämpft haben — in aller dieser Namen erkläre ich Euch vor Gott und der Geschichte unseren letzten Beschluss: non possumus! (Langandauernde Beifallskundgebungen.) Jehoschua Suprasky (A. C. — spricht hebräisch): Der Präsident der Zionistischen Organisation hat in seinem Bericht über die Vergangenheit gesprochen, über die Lage in Palästina während der letzten Zeit und über die Schlussfolgerungen, die er für die Zukunft zieht. Leider muss ich den Anschauungen sowohl in bezug auf die Vergangenheit als auch in bezug auf die Zukunft widersprechen. Der Präsident der Organisation fand, dass es in bezug auf die Frage der Alijah nur einen geringen Nachteil gibt, nämlich, dass die Mandatarregierung für die Alijah der Bemittelten eine grosse Geldsumme vorschreibt. Zu meinem grossen Bedauern muss ich konstatieren, dass der Präsident der Organisation nicht genau über die Lage informiert ist. Wir hatten in Palästina drei schwere Jahre der Reemigration zu durchleben. Wir haben uns nun gefreut, den Beginn einer neuen Einwanderungsepoche zu merken. Leider stossen wir auf Schritt und Tritt auf Hindernisse von seiten der Mandatarmacht. Sie schliesst die Tore Palästinas vor bemittelten Personen nicht nur dadurch, dass sie von ihnen grosse Geldsummen verlangt, viel grössere, als es vor drei und vier Jahren üblich war, sondern die Regierung hat seit einigen Jahren eine neue Sitte eingeführt, dass jeder, der sich entschlossen hat, nach Palästina zu fahren, noch ein oder zwei Jahre auf eine besondere Erlaubnis von seiten des Einwanderungsdepartements in Jerusalem zu warten hat. Diese Sitte gilt schon vier Jahre. In der vorjährigen A. C.-Sitzung in Berlin wurde ein Beschluss gefasst, wonach die zionistische Exekutive sich darum zu kümmern hätte, dass diese Sitte abgeschafft wird. Die zionistische Exekutive hat sich damit einverstanden erklärt und hat