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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 114

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 114 (sequence 252)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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114 4. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte Was bedeutet „Zionismus**? Zionismus bedeutet nicht etwa eine Bestrebung, dem leidenden jüdischen Volke in allen Ländern einen moralischen Stützpunkt, einen Trost in Palästina zu geben. Stets hat das Wort Zionismus bedeutet: die tatsächliche Lösung der politischen, der ökonomischen und der kulturellen Tragödie von vielen Millionen. Darum bedeutet der Zionismus nicht bloss das Streben, in Palästina eine Mehrheit zu schaffen, sondern; Platz zu schaffen in Palästina für Millionen auf beiden Seiten des Jordan. Wissenschaftler mögen sich streiten, ob die Sache möglich ist oder nicht und wie lange es dauern wird, bis sie verwirklicht sein kann. Wir sind hier nicht versammelt, um an dieser Diskussion teilzunehmen. Was ich feststellen möchte, ist dies: dass in der Volksseele das Wort Zionismus nie ein Trost-Spielzeug war, sondern stets das Bestreben, die Millionen aus ihrer tragischen Situation zu erretten. Weiter: Ein „Charter** oder ein „Mandat** ist eine Verpflichtung der zivilisierten Welt und auch eine Verpflichtung einer grossen Nation, mit ihrem Ehrenwort unterschrieben, nicht etwa uns „günstig gegenüberzustehen*', nicht etwa uns „freundlich zu behandeln", sondern ein feierliches Versprechen, in Palästina ein Kolonisationsregime zu schaffen, so dass das ganze Verwaltungssystem darauf gerichtet werden soll, die Länder auf beiden Seiten des Jordan für die Aufnahme grosser kolonisierender Massen vorzubereiten und zu erschliessen. Heute weiss jeder, was man vielleicht vor vier Jahren, sogar vor zwei Jahren noch nicht ganz verstanden hat: diese Frage wird nicht durch Geldsammlungen gelöst. Der wirkliche, „zionistische** Aufbau des Landes wird nicht auf dem Wege der nationalen Geldsammlung, sondern durch die freiwillige Mobilisierung von individuellen Kapitalien geschaffen. Und es ist eine Tatsache, dass die freiwilligen Kapitalien nur dorthin gehen, wo die politischen Voraussetzungen es gestatten. Nimmt man zum Beispiel die wichtige Frage des Bodenkaufs, so sind wir heute schon weit von der Auffassung entfernt, die noch im Jahre 1925 bei uns herrschte, dass, wenn man für fünf Pfund ein Dunam bekommt, man für 5 Millionen Pfund eine Million Dunam kaufen kann. Heute versteht man schon, dass die Sache viel komplizierter ist und dass der Bodenpreis vor allem von der Bodenpolitik der Regierung abhängt. Diese Tatsache — dass man diese Dinge heute schon versteht — führt manchmal die Zionisten in Irrtum. Wir sehen z. B. einen Bericht, abgefasst von ehrlichen guten Sachverständigen, von denen, glaube ich, die grosse Mehrheit überhaupt keine Juden sind. In diesem Bericht steht selbstverständlich, dass bei einer grossen Kolonisation die Verwaltung des Landes gewisse Massnahmen treffen und ihre Methoden ändern müsse. Und dann kommen die Zionisten und sagen: Seht, ist das nicht ein Beweis, dass Zionisten und Nichtzionisten vollständig übereinstimmen? Schickt man einen von Ihnen nach Albanien als Sachverständigen, so wird er die Lage gründlich studieren und einen Bericht schreiben, in

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