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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 105

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 105 (sequence 243)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7255-3483403
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Kapiansky 105 Wir betrachten die Art, wie die Vertretung der jüdischen Gemeinschaften in verschiedenen Ländern zusammengesetzt wird, als provisorisch. Wir wissen, dass sie hier und da von wahrer Demokratie und davon, Ausdruck des Willens der Volksmassen zu sein, sehr entfernt ist. Wir betrachten jedoch die Agency, wie sie jetzt gebildet wird, als einen Uebergang zur demokratischen Vertretung des jüdischen Volkes für den Aufbau von Erez Israel. Ich will bei dieser Gelegenheit einen Fall anführen, der mich besonders geschmerzt hat. In England ist die Vertretung der Agency auf ziemlich demokratische Art durch den Board of Deputies durchgeführt worden. Nach dieser Methode kann aber die jüdische Arbeiterschaft keine gebührende Vertretung haben, weil sie nicht religiös ist. Es gibt indes in England eine ansehnliche jüdische Arbeiterschaft, die organisiert ist. Sie hat sich passiv oder aktiv freundlich zum Zionismus verhalten, sie hat niemals Gegnerschaft zur zionistischen Arbeit oder gar zur jüdischen Arbeiterschaft in Erez Israel an den Tag gelegt. Und in diesem Lande, wo die Arbeiterschaft im allgemeinen grosses politisches Gewicht hat und wo es ein bedeutendes jüdisches Proletariat gibt, war es möglich, eine Vertretung in der Agency zu bilden ohne Personen, welche mit der jüdischen Arbeiterschaft verbunden sind und ihr Vertrauen geniessen. Dies ist eine sehr bedauerliche Erscheinung. Ich komme nun zu dem positiven Programm Dr. Weizmanns. Er hat ein Programm entwickelt, welches sicher bei uns Widerhall finden wird. Für jeden, der Dr. Weizmann heute gehört hat, ist es klar, dass er das Ohr an die Erde gelegt und die Not Erez Israels, die Not der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas vernommen hat. Ich konnte aber das Gefühl nicht loswerden, dass Dr. Weizmanns positives Programm eine indirekte Polemik gegen seine eigenen Mitarbeiter, gegen die Palästina- Exekutive ist. Nehmen wir z. B. das Problem der Bodenreserve, sicher ein Problem, worin wir alle übereinstimmen, denn der Landhunger, welchen jeder von uns in Erez Israel so tief fühlt, ist auch in die weitesten Kreise der zionistischen Bewegung im Galuth gedrungen. Aber was hat in den letzten Jahren die Palästina-Exekutive getan, um dem Nationalfonds zu helfen, eine solche Bodenreserve zu schaffen? Um nur ein Beispiel anzuführen — wir wissen, dass der grosse Akt, dem Nationalfonds das Hinterland von Haifa zu sichern, nicht mit der aus vollem Herzen kommenden Zustimmung der zionistischen Exekutive in Jerusalem zustandegekommen ist. Nehmen wir einen zweiten Punkt in Dr. Weizmanns positivem Programm: die Notwendigkeit, die jüdische Arbeit in der neuen Plantagen- Zone zu sichern, dort, wohin sich jetzt die neue Welle des jüdischen Privatkapitals richtet. Es ist eine der Notwendigkeiten einer nationalen Planwirtschaft, der n tional-ökonomischen Strategie in

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