Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 229)
- Language
- German, English, Hebrew
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Arlosoroff 91 man zu dem Resultat kommen, dass dieses Experiment von Basel misslungen ist. Drei Hauptpunkte hatte das Programm der Exekutive. Erstens die Konsolidierungspolitik, zweitens die Politik der „starken Hand**. Der Ausdruck starke Hand ist allerdings falsch. Es hat sich herausgestellt, dass alle in diesem Saal anwesenden Räuber jüdische Räuber sind und dass die starke Hand gar nicht so stark war, wie man immer tat. Der zweite Punkt heisst also besser: Disziplin, besonders in finanziellen Dingen, und strenge Einhaltung des Budgets, anders als es die mit der Arbeiterschaft behaftete Exekutive getan hat. Drittens sollte durch die Exekutive in Basel die Vertrauenskrise überwunden werden. Man war der Meinung, dass, solange die Arbeiterschaft an der Leitung der Geschäfte teil hatte, in der jüdischen Welt eine Vertrauenskrise bestand. Ich bin der Meinung, dass diese drei Punkte in Wasser zerflossen sind. Als die berühmte Konsolidierungsdebatte ausbrach, haben wir gesagt, dass wir uns seit Jahren mit unseren Chawerim in den Siedelungen unter Anspannung der letzten Kräfte der Chawerim bemüht haben, einen Zustand der Konsolidierung herbeizuführen und die Siedelungen auf eigene Füsse zu stellen. Wir haben gesagt, man würde die Konsolidierung nicht erreichen als Stimmungshetze gegen die Arbeiterschaft, sondern nur als systematische Wirtschaftspolitik mit genügenden Mitteln. Die Exekutive sagt nun heute, sie habe die Konsolidierung nicht durchführen können, dazu hätte sie 300 000 £ gebraucht und die habe sie nicht gehabt. Sehr möglich; aber es darf keine solche Moral mit doppeltem Boden geben: man darf nicht dasselbe bei uns Misswirtschaft und bei der Exekutive Konsolidierungspolitik nennen. Es geht nicht an, im Zionismus einen Zustand zu scharfen, wo man an das beste Streben ringender Gruppen zweifache Masstäbe anlegt. Das wird um so zwingender, wenn man berücksichtigt, dass wir damals — als man von uns sofortige Konsolidierung verlangte — 6000 Arbeitslose hatten, für die ein Ausweg gefunden werden musste. Nimmt man all das in Betracht, so wird man verstehen, wie die Dinge objektiv stehen. Nun zur Disziplin und Sicherung der gesunden finanziellen Prinzipien, der „starken Hand" im Budget. Ich will ganz davon absehen, zu zeigen, dass, als die Exekutive vor dem Problem der Arbeitslosigkeit stand, sie nicht nur keine „starke Hand" zeigte, sondern sich in Verwirrung und Unsicherheit hinter den Plänen herschleifen Hess, die wir ausarbeiteten und vorschlugen. Aber ich denke im Augenblick an etwas anderes. Ich hätte darüber nicht gesprochen, wenn sich nicht im Berichte des Keren Hajessod auf Seite 144 des deutschen Textes ein merkwürdiger Passus fände. Man hat immer gesagt, die Arbeiterexekutive sei finanzielle Verpflichtungen, zu denen sie nicht durch den Kongress autorisiert war, eingegangen und habe so die Finanzwirtschaft der Exekutive gefährdet. Wie ist im Namen der „Starken-Hand-Exekutive" ein Bericht möglich, der wie folgt lautet: „Das Direktorium des Keren Hajessod hat mit Zustimmung der zionistischen Exekutive mit dem Jewish Colonial Trust einen