Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 228)
- Language
- German, English, Hebrew
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90 3. KONGRESS-SITZUNG: Generaldebatte man darüber denken mag, sie drücken die Tendenz der öffentlichen Meinung, der Meinung der Bewegung aus, und es ist eine stete und klare Tendenz in der Zionistischen Organisation seit Kriegsende, dass derjenige Teil, der im Namen der jüdischen Arbeiterschaft spricht, vor Ihren Augen von Kongress zu Kongress gewachsen ist. Die meisten werden mit mir sicher darin übereinstimmen, dass die Wahlen gezeigt haben, dass die überwältigende Majorität für die Erweiterung der Agency ist. Aber dieselben werden dann auch zugeben müssen, dass wir hier sprechen im Namen einer Bewegung, die immer grösser wird, die die Jugend, die kommende zionistische Generation um sich sammelt und welche ihr Vertrauen in die zionistische Zukunft gerade in die Hand der palästinensischen Arbeiterbewegung legen will. Ich will Ihnen gleich sagen, dass für mich und meine Freunde dieses wachsende Vertrauen eine wachsende Verantwortung bedeutet. Ich fühle mich nicht als Sprecher eines blossen Interessentenflügels, ich stehe hier nicht als Vertreter eines Klassenblocks. Wir fühlen uns und werden uns immer mehr fühlen als eine voll verantwortliche, dieser Verantwortung bewusste Gruppe in der zionistischen Bewegung. In diesem Sinne, von diesem Standpunkt zionistischer Gesamtverantwortung, gesehen mit den Augen des arbeitenden Palästina, ist es, dass ich zu diesem Kongress sprechen will. Die palästinensische Arbeiterschaft und die zionistische Arbeiterbewegung hat niemals Erfolge und Stellungen als blosse Klassenerfolge und Klassenstellungen aufgefasst. Wir haben verstanden, dass das, was aus uns spricht und die Jugend zu uns stehen lässt, der Glaube ist, dass bei uns die Zukunft der zionistischen Bewegung in guten Händen ist. Wir wollen Wahrer und Mehrer des zionistischen Erbes sein. In diesem Sinne, von diesem Standpunkt zionistischer Zukunftsverantwortung, gesehen mit den Augen des arbeitenden Palästina, ist es, dass ich zu diesem Kongress sprechen will. Und es ist auch von diesem Standpunkt aus, dass ich einige Worte über die letzten zwei Jahre sagen will. Das wachsende Vertrauen zu uns, von dem ich gesprochen habe, bedeutet zu gleicher Zeit, dass das Experiment, das in Basel begonnen hat, ein verfehltes Experiment gewesen ist. Ich werde auch in dieser Stunde, auch vom Standpunkt der Arbeiteropposition aus, gegen die Exekutive keinen Lug und Trug treiben. Diese Exekutive hat auch positive Ergebnisse gehabt, die ich auch in diesem Augenblick nicht geringschätzen will. Wenn man sagt, dass es der Exekutive gelungen ist, ihre Schuldenlast um einen ganz bestimmten Betrag zu verringern, den finanziellen Kredit der Exekutive zu verbessern, lästige Schuldformen in sichere umzuwandeln, so sind das für mich keine Kleinigkeiten. Und doch glaube ich nicht, dass das für unser Urteil über die Tätigkeit der Exekutive der entscheidende Masstab sein kann. Diese Exekutive hat es ja immer selbst abgelehnt, von einem Buchhalterstandpunkt betrachtet zu werden. Hinter ihrem Programm, sagte sie, stünden grössere Dinge, und es verlohnt sich also, diese Dinge zu betrachten. Erst dann muss