Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 172)
- Language
- German, English, Hebrew
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34 2. KONGRESS-SITZUNG: Bericht des Kongressgerichtes jenseits des Ozeans als der Ausfluss kontinentaler mathematischer Professorenmentalität betrachtet wird. Wir sind auch der Meinung, dass man Mittel und Wege finden muss, um unter Aufrechterhaltung der allgemeinen Grundsätze doch der Individualität der einzelnen Länder noch mehr Rechnung zu tragen, als dies bisher geschehen ist. Jedenfalls aber glauben wir, dass Wahlen und Wahlkämpfe für die Organisation gut sind. Wir glauben, dass im Kampfe der Parteien sich der zionistische Wille und die zionistische Kraft stärken, und wir haben bei den Prüfungen gesehen, wie ungeheuer opferwillig sich unsere Gesinnungsgenossen zeigen. Aber wir müssen sagen, dass auch der Opfersinn bisweilen zu weit geht. Es mag noch angehen, dass man im Wahlkampfe gewisse gesellschaftliche Höflichkeitsregeln opfert; es geht aber entschieden zu weit, wenn man auch in der Richtung Opfer bringt, dass man bereit ist, Grundsätze der Ethik im Wahlkampfe aufzugeben. Auch dies ist in vereinzelten Fällen geschehen. Wir haben feststellen müssen, dass manche Gesinnungsgenossen im Eifer für das ideale Ziel auch die Grundsätze von Treue und Glauben sehr lax behandelt haben. Und in solchen Fällen musste das Kongressgericht unter allen Umständen einschreiten. Und wir haben auch festgestellt, dass es Gesinnungsgenossen gegeben hat, welche dahin Opfer brachten, dass sie Schekalim in grösserem Masse erwarben und verschenkten. Der Schekel ist als Damenspende absolut ungeeignet. Der Schekel ist der Bürgerbrief unseres Idealstaates, und wir halten es für besser, wenn jemandem, der sich nicht ausdrücklich zu unserem Programm bekennt, der Schekel verweigert wird. Anderseits haben wir feststellen müssen, dass bisweilen ohne Grund der Schekel verweigert wird, wenn nicht auch andern Wünschen organisatorischer Art und andern zionistischen Beitragspflichten nachgegeben wird. Der Schekel ist frei für jeden, der sich zum zionistischen Programm bekennt. Wir haben in früheren Fällen uns oft gezwungen gesehen, die Wahlen in bestimmten Ländern einfach zu kassieren. Nach unserer jetzigen Judikatur haben wir die Möglichkeit, das Wahlresultat ex aequo et bono zu ändern zu Lasten jener Partei, welcher das betreffende Vergehen zur Schuld fällt. So mussten wir eine grosse Anzahl von Stimmen einzelnen Parteien streichen. Wir haben ai.ch in einer grossen Anzahl von Orten, wo eine richtige Wahlhandlung nicht vorlag, die Wahlen kassieren müssen. Nachsicht haben wir in solchen Ländern geübt, wo geordnete Wahlen nicht durchgeführt werden konnten, insbesondere dann, wenn politische Verhältnisse, wie etwa Zionistenverfolgungen in Russland, eine Wahlhandlung einfach unmöglich machten. Ich gebe Ihnen nun die Resultate: Am Kongress nehmen teil: 68 A. C. - Mitglieder, und zwar 52 gewählte, 8 Mitglieder der Exekutive, 3 Vertreter der Zentralinstitute, 1 Vertreter der Anleihekommission, 2 Vertreter des Waad Leumi und 2 Kongressjuristen (diese ohne Stimmrecht).