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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1929-01-01 · 16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929 · p. Seite 12

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
16 (1929) Zürich, 28. Juli bis 14. August 1929
Date
1929-01-01
Page
Seite 12 (sequence 150)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476286--7162-3483310
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12 1. KONGRESS-SITZUNG: Gedenkrede für Theodor Herzl Er erfüllte einen so grossen Raum unseres nationalen Geistes, er spielte eine so gewaltige Rolle in der Volksphantasie, seine Aktivität war in einem solchen Masse epochemachend, und seine Energie war so unerschöpflich, dass nach der Meinung vieler, die in diesen letzten 25 Jahren über ihn geschrieben haben, ein Verständnis seiner wundervollen Persönlichkeit erst dann erreicht werden kann, wenn wir nicht länger durch den Glanz seines Genius geblendet oder durch parteiische Vorurteile beirrt sein werden. Dennoch sollte heute, wo die Erregung des Schmerzes über seinen Verlust lange vorbei ist, es möglich sein, sowohl die wundervollen Kräfte dieses Mannes als auch seinen Platz im Herzen des Volkes richtiger einzuschätzen. Dieser Unterschied mag für den Aussenseiter als ein Kriterium vielleicht nicht zu rechtfertigen sein. Wir Zionisten haben Herzl sofort in dem einzig richtigen Lichte gesehen, im Lichte unserer nationalen Geschichte. Wir erkannten ihn sofort: das war ein Prophet, so authentisch wie nur irgend ein Prophet, aber in moderner Form. Von ihm ging das Licht jener Männer aus, die Taten tun. Voll von Leben, Feuer und Ideen, gab er uns Schwung und Flügel. Er hatte eine markante Persönlichkeit und strahlte magnetische Kraft aus. Er hatte eine Klarheit und Einfachheit des Geistes, die Menschen aller Nationen anzog. Diese Fähigkeit, Menschen aller Nationen anzuziehen, ist messianistisch. Herzl wusste, was er sagen wollte, und konnte es in den kürzesten, klarsten und direktesten Worten sagen. Er hatte ein seltenes Unterscheidungsvermögen für Formen, das auf seine Hörer einen grossen Eindruck machte. Er hatte einen nie versagenden Mut. Zu all dem besass er jene sehr seltene Gabe instinktiver Herrschaft über die Menschen und die Kraft, sie zu zwingen, ihm nachzufolgen. Er war immer der gleiche: durch keine Angst aus der Fassung gebracht und durch keinen Erfolg berauscht. Der Biograph, der die von ihm durchgeführten Leistungen zwischen der Veröffentlichung des Judenstaates und des ersten Zionistenkongresses beschreiben wollte, würde notwendigerweise sich in Lobsprüchen ergehen müssen, weil es nur bei grösster Ausführlichkeit möglich ist, die komplizierten und vielfältigen Schwierigkeiten zu schildern, mit denen Herzl Tag für Tag zu kämpfen hatte. Der Zionismus war damals noch nicht organisiert, aber der Antizionismus war es. Der erste Willkommensgruss, der den zurückgekehrten Sohn erwartete, war der Boykott in München. Die Leitung der jüdischen Gemeinde dieser Stadt riet uns ab, uns in München zusammenzufinden. Die bayrische Regierung hatte nichts gegen den Kongress einzuwenden; nur die Juden protestierten. Sie

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