Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 433 (sequence 475)
- Language
- German, English, Hebrew
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Locker, Grünbaum Minuten aber, die der Kongreß jeder Fraktion bewilligt bat, können wir den ganzen Umfang der bier aufgerollten Probleme niebt einmal berühren. Die Deklaration meines Vorredners veranlaßt mich jedoch, von meinem Eechte Gebrauch zu machen. Wir haben schon in der Generaldebatte erklärt, daß sich die Exekutive in eine Sackgasse verrannt hat und keinen Ausweg zu finden vermag. Die Exekutive steht, haben wir gesagt, zwischen zwei Feuern, von rechts und von links. Sie stützt sich einmal auf den rechten Flügel gegen den linken, einmal auf den linken gegen den rechten. Geehrter Kongreß, die Wahl, die Ihnen jetzt vorgeschlagen wird, sollte zuerst mit Hilfe von rechts Zustandekommen, so wie sie jetzt mit der Duldung von links ermöglicht wird. Das zeigt, daß es der Exekutive ganz gleichgültig ist, mit wem sie zusammengeht und zusammenarbeitet. Sie ist zu allem bereit, nur um am Ruder zu bleiben. Demgemäß sind auch ihre Beteuerungen zu schätzen und zu werten. Personen, die einmal mit dem rechten Flügel eine Leitung bilden können, um ein anderes Mal das Gegenteil zu tun, können und dürfen keine Führerschaft in unserer Organisation beanspruchen. Sie mnissen gehen. Geehrter Kongreß! Die Erklärungen des Präsidenten Weizmann konnten keinen von Ihnen und haben auch niemanden zufriedengestellt. (Nach links gewendet:) Sie werden mich doch keiner Feindschaft gegen die Arbeiter beschuldigen! Ich muß Sie warnen. Damit, daß Sie die Erklärung des Präsidenten Weizmann ernstnehmen und diese Exekutive zulassen, untergraben Sie die Zionistische Organisation. Sie haben dazu kein Recht, auch wenn es Ihnen gewisse Vorteile gibt. Wenn die Erklärung Ihrer Meinung nach genügt, so gratuliere ich Ihnen. Wir wissen aber, daß Menschen viel wichtiger sind als Erklärungen. Wir kennen Herrn Sacher nicht. Einem neuen Menschen kann man aber die Leitung nicht anvertrauen. Aber Sie in Palästina müssen ihn wohl besser kennen. (Del. Ben Gurion: Wir sind gegen ihn!) Wenn das so ist, dann stimmen Sie auch gegen ihn! In der Schule, die wir beide diirchgemacht haben, halben wir gelernt: Wenn man gegen etwas ist, stimmt man auch dagegen. Wir sind gegen einen Präsidenten überhaupt. Wir müssen ein Kollegium haben, das rechtmäßig gewählt ist und keine erklügelten Kombinationen braucht, um zu entstehen. Geehrter Kongreß! Die Erklärung des Präsidenten ist zweideutig. Sie wird nur Unruhe hervorrufen. Sie verlangt eine Kontrolle der Institutionen — waren die Institutionen bisher nicht kontrolliert? Wenn man das jetzt als Forderung 28 433