Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 435)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ä. Barth, Glückson, Neustadt, Lichtheim, Margulies Del.Melech Neustadt (Palästina, Achduth Awodah — jüdisch): Ich beantrage zwei Amendements, und zwar statt der Worte: „außerhalb Europas oder Palästinas" die Worte „in überseeischen Ländern" zu setzen, und zweitens, hinter den Worten „aus demselben Lande" ... „oder Sonderverband xesp. Fraktion" einzufügen. Del. Richard Lichtheim (Eevisionist — deutsch): Ich beantrage, in Punkt II nach den Worten „aus demselben Lande" einzufügen „bezw. derselben Fraktion". Vorsitzender (nach Durchführung der Abstimmungen): Beide Amendements Neustadt sowie das Amendement Lichtheim sind angenommen. Der Kommissionsantrag selbst ist abgelehnt. Wir kommen 2u Punkt III. Dr. Leon Reich (A. C, Ostgalizien — deutsch): Ich muß mich gegen den zweiten Teil des vorliegenden Antrages aussprechen. Es gibt eine Eeihe von A. C.-Mitgliedern, die außerhalb von Sonderverbänden, Fraktionen und Landsmannschaften stehen, die gewissermaßen dem Gesamtzionismus angehören, und diese würden durch die vorliegende Bestimmung arg benachteiligt, da sie kein Stimmrecht im Kongreß haben würden. Del. Dr. Emil Margulies (Tschechoslowakei, Eadikal — deutsch): Ich bitte den Kongreß, den Antrag der Kommission anzunehmen. Wir haben es gestern erlebt, daß die wichtigste Entscheidung, die ein zionistischer Kongreß seit vielen Jahren zu treffen hatte, die Frage über die endgültige Organisation der Jewish Agency und über die Abdikation des Kongresses, mit den Stimmen jener Mitglieder des Kongresses zur Entscheidung gebracht wurde, die für diesen Kongreß nicht gewählt worden sind. Das muß uns zur Besinnung rufen. Diese Mandate sind nicht mit Stimmen der Wähler aus dem Jahre 1927 gewählt worden; sie vertreten nicht die Meinung der Judenheit aus dem Jalhre 1927, sondern aus dem Jahre 1925, 1923 und 1921. Wenn man so von einem Kongreß zum andern dieses Stimmrecht verleiht, dann schleppen wir alte überwundene Meinungen wie eine böse Krankheit fort. Das widerspricht der Demokratie. Wir müssen ein Bild der jeweiligen Meinung, wie sie in der Judenheit herrscht, bieten. Wenn man 393