Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1927-01-01 · 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927 · p. Seite 324

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
Date
1927-01-01
Page
Seite 324 (sequence 366)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476284--6809-3482956
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

11. Sitzung: Appel für den Keren Hajessod die Juden kein Geld geben. Sie wollen eine lebendige Weiterentwicklung unseres Werkes sehen. Eine zweite Vorbedingung ist, daß wir die defaitistisclie Stimmung überwinden, die uns beherrscht, daß wir dem Schrecken, der Trauer und den Klagen ein Ende machen. Erez Israel ist nicht zerstört; das von uns Geschaffene wächst und verstärkt sich. In den Kolonien und in den Kwuzoth herrscht keine defaitistische Stimmung. Wir hatten eine Keren Hajessod-Konferenz, bei der die Arbeiter des Keren Hajessod, jene, die in der vordersten Front der Arbeit stehen, zusammenkamen. Sie sind nicht entmutigt zusammengekommen, sondern mutig und stark und willens, weiter zu arbeiten. Wir müssen den Verleumdungen, die von Erez Israel ausgehen, ein Ende machen. Es werden zahllose Briefe geschrieben, die über Erez Israel und die Beamtenschaft schreckliche Dinge berichten. Schlechte und unfähige Beamte soll man beseitigen; wir sollen uns aber davor hüten, den mit Mühe geschaffenen Beamtenapparat durch unnütze Kränkungen zu schädigen. Die besten Beamten beginnen wegzugehen, und die minderwertigen und untauglichen werden bleiben. Den Verleumdungen muß ein Ende gemacht werden. Wir müssen fordern, daß alle Zionisten mit der größten Kraft und Wucht für den Keren Hajessod arbeiten. Eine große Zahl erfüllt ihre Pflicht nicht; alle Delegierten berichten in dieser Hinsicht unerhörte Dinge. Wir selbst geben den Primat von Erez Israel auf, wenn wir kein Geld geben und nicht arbeiten. Bei Stadtrats- und Parlamentswahlen bringt man Enthusiasmus auf und denkt nicht an Keren Hajessod und Erez Israel. Man findet mehr Pathos für Landespolitik als für Erez Israel. In einem der größten jüdischen Zentren Europas haben bei einer Sonderaktion 57 Menschen für den Keren Hajessod gegeben; aber es waren größtenteils die Beamten. Wenn das nötige Pathos, wenn Glaube und Mut da wären, würde es bei uns anders aussehen. Wenn sich hier auf dem Kongreß 10 bis 15 Menschen fänden, die uns 50.000 324

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.