Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 287)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ruppin Die Billigkeit der griechischen Ansiedlung hat auch eine ernste Kehrseite. Die Sterblichkeit an Malaria war im Beginn eine ungeheure, weil die Ansiedler infolge der notwendigen Eile auf nicht assaniertem Boden angesetzt wurden. Viele Tausende und Zehntausende sind hierdurch zugrunde gegangen. Im Jahre 1923 starben in Mazedonien auf 1000 Flüchtlinge 33, während nur 10 geboren wurden. Wir sind dagegen, wie Sie wissen, von Anfang an gerade auf diesem Gebiete, allerdings mit großen Aufwendungen, vorbildlich vorgegangen und haben mit unserem Menschenmaterial hausgehalten. Wenn man die wirtschaftliche Lage und die Rentabilität der griechischen Ansiedler in Betracht zieht, so sehen wir hier vorläufig genau dieselben Schwierigkeiten wie in Palästina. Ein erheblicher Teil der Siedlungen ist in einer sehr unbefriedigenden Lage. In dem letzten Bericht der Refugees Settlement Commission vom Juni d. J., den ich hier vor mir habe, finde ich eine Aufstellung der Rückzahlungen, welche bis zum 31. März 1927 in den einzelnen landwirtschaftlichen Distrikten durchschnittlich von jeder Familie auf die ihnen zur Ansiedlung vorgeschossenen Beträge geleistet wurden. Da zeigt sich, daß der Bezirk mit den größten Abzahlungen, Comotini, eine Rückzahlung von 607 Drachmen pro Familie aufweist, d, h. noch nicht zwei Pfund, daß aber in den meisten anderen Bezirken die Durchschnittszahlung nur 100—300 Drachmen beträgt und in einem Bezirk sogar bis auf 12 Drachmen pro Familie, d. h. 4 Piaster, heruntergeht. Insgesamt hat die Refugees Settlement Commission auf die 8 Millionen Pfund, die sie für landwirtschaftliche Siedlungen ausgegeben hat, nur 80.000 Pfund, d. h. nur 1 Prozent zurückerhalten. Wir sollten also, wenn wir fremde Leistungen als Vorbild hinstellen, etwas vorsichtiger sein und nicht so tun, als ob anderweitig alles gut und nur bei uns alles schlecht ist. Auch die niedrigen Ansiedlungskosten in der Krim von etwa 200 Pfund pro Familie sind deshalb nicht mit Palästina zu vergleichen, weil in Südrußland Baumaterialien, Holz, Vieh, landwirtschaftliche Maschinen sehr viel 245