Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 286)
- Language
- German, English, Hebrew
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8. Sitzung: Referat über Palästinawirtschaft so schwer zu vergleichen, weil 1. die Regierung den Siedlern sofort Land im Werte von 26 Millionen Pfund überlassen konnte; 2. die Ansiedler seit Generationen Landwirte waren; 3. weil es Familien mit vielen Arbeitskräften (Kindern und Alten) sind, während unsere Siedler in der Regel nur ein bis zwei Arbeitskräfte haben; 4. weil sie in Griechenland genau dieselben Landwirtschaftsmethoden befolgen konnten, die sie von ihrem früheren Aufenthalt in der Türkei gewohnt waren, und nicht nötig hatten, wie wir in Palästina, neue Methoden zu suchen; 5. weil sie keinen europäischen, sondern von Kleinasien her einen orientalischen niedrigen Standard of life hatten; weil sie ferner 6. zu einem großen Teil in die von den Türken verlassenen Farmen in Griechenland hineinkommen konnten. 51.000 solche Farmen im Werte von 4000 Millionen Drachmen, d. h. etwa 12 Millionen Pfund, waren für die Ansiedlung unentgeltlich zur Verfügung. Die landwirtschaftliche Kolonisation in Griechenland war also nicht wie bei uns ein Ansiedlungs-, sondern mehr ein Uebersiedlungsproblem. Dazu kommt noch 7., daß sie nicht nur die aktive Unterstützung der griechischen Regierung und des Völkerbundes, sondern auch die Sympathie des gesamten griechischen Volkes auf ihrer Seite hatte. Letzterer Umstand drückt sich z. B. darin aus, daß außer den Kosten, welche die Refugees Settlement Commission für die Ansiedlung der Flüchtlinge ausgegeben hat, die griechische Regierung in den Jahren von 1912 bis 1926 für die Flüchtlinge noch extra 17 Millionen Pfund ausgegeben hat, davon 7 Millionen Pfund allein von 1922 bis 1926. Diese Summen sind in den Ausgaben der Refugees Settlement Commission nicht enthalten, ebenso nicht wie die allgemeinen Ausgaben für Wohlfahrtszwecke des griechischen Staates, von denen die Flüchtlinge in hohem Maße Nutzen ziehen. Wenn man alle diese Ausgaben zusammenrechnet, so werden sich die Ansiedlungskosten erheblich höher stellen, als sie nach dem Berichte der Refugees Settlement Commission erscheinen. 244