Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 274)
- Language
- German, English, Hebrew
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8. Sitzung: Referat über Palästinawirtschaft religiöse Begeisterung. Diese können einen Juden woM nach Palästina führen, aber sie können ihn hier nicht Jahre hindurch Tag für Tag von früh bis spät bei Arbeiten festhalten, die ihn über das normale Maß der Kräfte hinaus anstrengen und gefährden. Mit dem Geist der Baale- Batijuth wird er es nach dem nationalökonomischen Gesetze, daß jeder tauf der Linie des geringsten Widerstandes vorwärts zu kommen trachtet, so einrichten, daß seine Arbeit möglichst leicht und einträglich sei. Beide Schichten, sowohl die Chaluzim wie die Baalebiattim, mit ihrer bestimmten Mentalität haben in unserer Kolonisation ihren Platz, aber man muß jede von ihnen an der richtigen Stelle einsetzen. Den von Sümpfen bedeckten, von Beduinen und feindlichen Nachbarn gefährdeten Emek konnten wir nicht durch gesetzte Familienväter des Mittelstandes, sondern nur durch eine vor Gefahren für Leben und Gesundheit nicht zurückschreckende, begeisterte Jugend erobern. Erst nachdem durch sie der Emek, in dem vor zehn Jahren kein Jude ungefährdet tauf einer Straße gehen konnte und wo die Malaria schrecklich wütete, zu einem der gesündesten und sichersten Teile Palästinas geworden ist, kann man auch von Ansiedlung anderer Elemente dort sprechen. Die Biluim und alle jene, die unsere ersten landwirtschaftlichen Siedlungen in Palästina vor vierzig Jahren begründet haben, waren sicherlich von höchster nationaler Begeisterung erfüllt, und ich schätze ihre Leistungen in keiner Weise geringer ein als die Leistungen der Chaluzim in unseren Tagen. Aber trotz dieser Begeisterung waren ihre Siedlungen vor zwanzig Jahren, als die Zionistische Organisation ihre ersten landwirtschaftlichen Versuche begann, ein Zerrbild von dem, was wir unter einer jüdischen Siedlung verstehen. Der Geist der Baale-Batijuth war über den Geist der Chaluziuth mächtig geworden, unterstützt von dem System der Bevormundung, das in den Siedlern den ursprünglichen Enthusiasmus mehr und mehr erstickte. Ich glaube, wir können gar nicht genug vom Geiste der Chaluziuth in unseren Siedlern auf- 232