Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 259)
- Language
- German, English, Hebrew
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Badichi hat. Ich kann nicht stillschweigend hinnehmen, daß er so scharfe Töne angeschlagen hat. Ich stelle fest, daß die Jemeniten eine besondere Kandidatenliste aufgestellt haben und daß ich ihr Vertreter bin. All das, was Herr Gluska hier vorgebracht hat, sagte er entweder in seinem eigenen Namen oder im Namen der Gruppe, die ihn gewählt hat. Er ist nicht der Vertreter der Jemeniten und kann nicht in ihrem Namen sprechen. Es ist richtig, daß die Lage der Jemeniten sehr schwer ist. Sie leben nun schon mehr als zwanzig Jahre in Mangel und Not im Lande, ohne die Möglichkeit, sich definitiv anzusiedeln. Selbst diejenigen, die ein oder zwei Dunam Boden und ein Haus haben, finden keine Möglichkeit, ihre Lage irgendwie zu erleichtern, und schweben immer in der Gefahr des Hungers und der Arbeitslosigkeit. Wenn wir nun zum Kongreß kamen, gedachten wir nicht, irgend jemand anzugreifen; wir brauchen auch nicht mit Uebertreibungen zu kommen; wir kamen, um einen Weg zur Lösung der schweren Lage zu suchen, in der wir uns befinden. Was die A1 i j a h anlangt, so frage ich, warum die Exekutive die Angelegenheiten der jemenitischen Alijah als Monopol bestimmten Personen übergab, ohne ihre Tätigkeit irgendwie zu überwachen. Warum macht man einen Unterschied zwischen einem jemenitischen und einem europäischen Einwanderer? Warum darf der jemenitische Immigrant nicht in das allgemeine Einwandererheim kommen und muß bei seiner Ankunft im Lande auf Dünen und in Zelten lagern, in schwerer sanitärer Lage, die verschiedene Krankheiten verursacht? Wenn der jemenitische Einwanderer gesund ins Land kommt, so erkrankt er im Einwanderungslager der Jemeniten. Wir fordern, daß diese Lage gebessert wird und dieser Zustand der jemenitischen Immigranten nicht länger fortdauert. Und nun zur Frage der Erziehung. Wir vernichten eine ganze Generation dadurch, daß die Erziehung der Jemeniten nicht so wie in den anderen Schulen geregelt ist. Man gibt uns Chedarim mit Lehrern, die keinerlei Lehrerdiplom besitzen, und damit begnügt man sich und glaubt, seiner Pflicht genügt zu haben. Wir kamen nicht ins Land, um ein neues jemenitisches Ghetto in Palästina zu schaffen. Wir kamen, um für den Aufbau Palästinas zu arbeiten. Wenn wir bauen wollen, so müssen wir auch den uns alle einigenden Paktor finden. Und wenn wir von Einheit sprechen, so muß vor allen Dingen die Erziehung einheitlich sein, denn einen Schüler, der im Cheder gelernt hat, und einen, der in der Schule gelernt hat, kann man nicht vereinigen. Solche Spaltungen schaffen wir selbst; wenn man uns aber die religiöse Erziehung der Jemeniten als Ursache vorhält, so haben wir 217