Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 253)
- Language
- German, English, Hebrew
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Weizmann und soviel Araber sind. Wir sind nicht dafür verantwortlich, daß Palästina klein ist. Wir sind nicht dafür verantwortlich, daß in Palästina der Jordan fließt und nicht der Rhein und daß dort Berge sind und keine Ebenen. Wir sind nicht dafür verantwortlich, daß man uns zweitausend Jahre lang von Palästina fern gehalten hat. Das alles sind politische Bedingungen, die gegeben sind, und diejenigen, die das nicht so nehmen wollten, wie es ist, sind nach Uganda gegangen. Wir aber, die wir nach Palästina gegangen sind, wissen, daß wir uns mit diesen Verhältnissen labfinden müssen. Darüber kann man sich weder mit Phrasen, noch mit der Absetzung der Leitung — und das ist sicherlich das letzte, was mich interessiert — noch mit einer Anklage gegen die englische Regierung hinwegsetzen. Es ist hart, ich habe aber immer gesagt: es gibt keinen Derech Hamelech nach Palästina. Keiner wird für Sie oder für mich diese Arbeit machen, sondern wir müssen selbst diese politischen Bedingungen schaffen. Ich glaube, es ist ein Trugschluß und eine Illusion, dem jüdischen Volke einreden zu wollen, daß irgend ein anderer diese Arbeit für uns machen wird. Meine Herren, ich will aber ganz aufrichtig sein. Es ist möglich, daß ich verknöchere. Man hat sich hineingearbeitet, man hat gewisse Beziehungen hergestellt, man hat einen Weg, wie man glaubt, gebahnt. Ich will in aller Freundschaft dem zukünftigen Leiter der zionistischen Politik einen Rat geben — nicht eine Prophezeiung, ich eigne mich nicht für Prophezeiungen. Wenn er leiten wird, wird er es entweder im gleichen Sinne tun, wie wir es tun, vielleicht besser, vielleicht auch schlechter, oder — seine Verhandlungen mit dem Colonial Office werden nur eine Stunde dauern. (Bewegung.) Als Herr Jabotinsky vor die schwere Prüfung gestellt war, wie wir alle, das Weißbuch zu unterzeichnen, da hat er nicht die Rede gehalten, wie er sie hier gehalten hat. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Warum hat er da nicht versucht, vor den Premierminister Englands oder vor Samuel oder vor den Kolonialsekretär hinzutreten und diese Rede 14* 211