Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 203 (sequence 245)
- Language
- German, English, Hebrew
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Weizmann machen, sondern mit der Administration ziemlich identifizieren, so sind wir notwendigerweise sehr oft gezwungen, die Mandatarmacht Ihnen gegenüber wohl nicht zu decken, aber zu interpretieren. Sie machen doch die Exekutive verantwortlich nicht nur für ihre Leistungen oder Nichtleistungen, Sie machen sie auch verantwortlich für alle Dinge, die die Administration tut oder unterläßt. Darin liegt eine gewisse Identifizierung, die ganz natürlich ist, und es ist deswegen auch ganz natürlich, daß in unseren Erklärungen ein Schein von Identifizierung ist. Mir ist das Ziel des Zionismus genau so verständlich wie irgendeinem in diesem Saal, und ich verstehe sehr gut, daß das jüdische Nationalheim nicht identisch ist mit der Mandatarmacht. Ich verstehe aber auch ganz gut, daß es zum großen Teil unsere Aufgabe ist, die Sache so zu leiten, daß man die Mandatarmacht in ein Minimum von Verlegenheiten bringt. Und ich suche mit allen Kräften zu vermeiden, was unnötigerweise zu dem Schatten eines Konflikts mit der Mandatarmacht führen kann. Denn in diesem Konflikt wäre der Kampf ein ungleicher. Das können wir uns nicht leisten. Es ist nicht Timidität, wenn ich das sage, es ist in den Verhältnissen gegeben, über die wir vorläufig keine Kontrolle haben. Und nun möchte ich für einen Moment zu der Rede Jabotinskys übergehen. Jabotinsky hat sich großen Zwang angetan. Wenn es so weiter geht, wird er uns allen, auch mir, viel zu gemäßigt. Das Ganze ist reduziert worden auf einen Unterschied nicht qualitativer, sondern quantitativer Art. Es gibt einen Jabotinsky, der im Kongresse ist und den wir alle mit sehr großem Vergnügen gehört haben, und es gab einen Jabotinsky, der im Laufe dieser Kongreßperiode geschrieben und gesprochen hat, in Warschau und Saloniki und Paris und im „Rasswjet", und diese zwei Jabotinskys haben in verschiedenen Sprachen gesprochen. Aber mich interessiert nicht, was vorher war. Noch weniger interessiert mich und, wie ich glaube, auch ihn, was die Anhänger Jabotinskys schreiben. 203