Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 241)
- Language
- German, English, Hebrew
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Weizmann geben konnte, daß es mir rein technisch unmöglich war, hinzugehen. Den ganzen Vorfall irgendwie politisch zu deuten, ist vielleicht ein Vergnügen Farbsteins, und dieses Vergnügen muß ich ihm lassen. In dieselbe Kategorie von kleinen Vorwürfen gehört das Hervorheben noch anderer Unterlassungen, deren ich mich schuldig gemacht haben soll. Meine Damen und Herren! Ich bin eben ein sehr beschäftigter Mensch, und manchmal fällt es mir schwer, allen Ansprüchen nachzukommen, die an mich gestellt werden. Es sind manche meiner Bemerkungen, die vor Jahren gemacht worden sind, wieder tauf den Tisch des Hauses gebracht worden: das berühmte Dzika und Nalewki, der Ruf: „Jüdisches Volk, was hast du getan?" und so weiter. Und um diese Bemerkungen haben sich Debatten gesponnen. Ich glaube, daß einzelne, aus einer bestimmten, einmaligen Situation heraus gesprochene Worte nicht so wichtig sind, daß große Reden darum gehalten werden sollen. Zur Frage »Nir«. Eine Bemerkung fiel von den Lippen Berl Kaznelsons bezüglich des „Nir44. Er sagte, die Tatsache, daß der Präsident der Zionistischen Organisation es für nötig befunden habe zu unterstreichen, daß die Kontrakte mit den Kolonisten direkt gemacht werden sollen und nicht mit einer dritten Körperschaft, deute auf den „neuen Kurs". Er hat sich unnötigerweise aufgeregt. Es ist allen und sollte ihm jedenfalls bekannt sein, daß in der Mitte der Exekutive seit Monaten eine Diskussion über diese Frage besteht. Es ist eine rein sachliche Frage, die mit Kursänderungen nichts zu tun hat. Es liegt eine Meinung vor, die zweifach begründet ist. Erstens wird von kompetenten Beurteilern angenommen, daß die Einschaltung des „Nir" die Kontrakte vom Standpunkt einer zukünftigen Kreditbasis weniger wertvoll mache. Man braucht mit dieser Auffassung nicht einverstanden zu sein, aber jedenfalls war sie es, die uns 199