Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 239)
- Language
- German, English, Hebrew
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Kisch Schließlich möchte ich auf das Wunder des Erdbebens hinweisen. Ich nenne es ein Wunder, weil es wirklich nur als „Ness" bezeichnet werden kann, daß von mehr als 150.000 Juden kein einziger getötet wurde. Es ist erfreulich, daß sich unsere Sympathie für die Araber in dem Unglück des Erdbebens durch eine so glänzende Handlung wie die großzügige Spende von Mr. Nathan Straus und die nicht weniger großzügige Brotspende ausdrückte, die das arme Tel Awiw der arabischen Stadt Nablus sandte, spontane Akte der Liebe und Freundschaft, die auf unsere arabischen Nachbarn einen Eindruck machten, der sicher auf die Festigung unserer bereits gebesserten Beziehungen Einfluß haben dürfte. Ich möchte aber zum Schlüsse das Erdbeben auch als Festigkeitsprobe ansehen. Das Erdbeben prüfte unsere Bauten und wir konnten erkennen, welche von ihnen wohl gegründet, aus gutem Material und von geschulten Händen erbaut waren. Und so mag auch die Erschütterung, die unser nationaler Bau in den letzten zwölf Monaten erlebt hat, als Prüfung gelten. Ein Teil des Oberbaus erwies sich als untüchtig und brach zusammen, aber die Hauptmauer und die Grundfesten des Nationalen Heimes hielten den Stoß wacker aus, zeigten, daß der Grund gut und fest gelegt ist und daß wir selbst angesichts der Krise und unserer heutigen Schwierigkeiten unser Vertrauen zur Zukunft behalten können. Und ich möchte diesen Kongreß bitten, daß er niemandem gestattet, die Krise zu einer Vertrauenskrise gegenüber der Zukunft zu machen. Sie können Vertrauen zur englischen Verwaltung in Palästina haben oder nicht, Sie können Vertrauen zur Exekutive haben oder nicht, aber ich möchte Sie alle, ohne Parteiunterschied, bitten, nichts zu tun, um das Vertrauen in die Zukunft des nationalen Baues, der in Palästina emporwächst, zu erschüttern, dieses Baues, der die Schwierigkeiten und Gefahren der letzten zwölf Monate durchgehalten hat und die Hoffnugen verkörpert, die uns Kraft geben, für unsere Idee zu arbeiten. (Lebhafter, andauernder Beifall.) 197