Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 15 (1927) Basel, 30. August bis 11. September 1927
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 159)
- Language
- German, English, Hebrew
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Grünbaum, 1. Cohen Wir haben in unserer Geschichte schon Verschiedenes durchlebt. Die Präsidenten, die wir gehabt haben, wurden uns gewöhnlich durch die Umstände gegeben. Wenn ein Präsident da war, konnte man ihm keinen anderen gegenüberstellen. Als Wolffsohn da war, mußte man ihm auch nicht einen Menschen, sondern eine Theorie gegenüberstellen, die Theorie, daß wir nicht einen Menschen, einen Präsidenten von amerikanischem Typus haben dürfen. Auch jetzt können wir nicht anders. Wir sind keine Eepublik nach amerikanischem Muster, sondern sollten eine nach Schweizer Typus sein. Wir müssen einen anderen Weg gehen. Wir müssen ein arbeitsames, arbeitsfähiges Komitee finden, das sich auf die Mehrheit des Kongresses stützt und nicht gezwungen sein wird, die Zusammenarbeit mit Nichtzionisten zu suchen und innerparteiische Kombination in der Organisation jedesmal neu zu erfinden. So werden wir nicht gezwungen sein, Gruppen, die sich in ihren Anschauungen, ihrer Tätigkeit, ihrem ganzen Glauben widersprechen, miteinander zu verbinden und gegenseitig zu demoralisieren. Das ist unsere Antwort auf die Frage, die euch beunruhigt. Wir sind, wie gesagt, in unserer Bewegung darauf angewiesen, daß unsere Präsidenten durch die Umstände geschaffen werden, sie werden sozusagen geboren. Herzl hat man nicht gewählt, und Weizmann war Präsident, bevor er gewählt wurde. Sokolow hat von den Perioden des Zionismus gesprochen. Die Periode derer, die uns durch ihre politische Arbeit die Balfour- Deklaration gebracht haben, geht vorüber, wenn sie nicht schon zu Ende ist. Der Beweis dafür ist die Lage, in der wir uns befinden. Der Beweis dafür ist, daß außer den großen und starken Worten, die wir gehört haben, daß man sich nicht vom Orte rühren solle, bis man die Krisis gelöst hätte, außer diesen Worten, denen ein solch armseliges Budget gegenübersteht, unsere Führer uns nichts zu sagen hatten. Und wenn man uns nichts zu sagen hat als solche Phrasen und ein solches Budget, dann muß man gehen. Vorsitzender: Der Kongreß hat noch die wichtige Aufgabe festzusetzen, welche Kommissionen gebildet werden sollen. Der Permanenzausschuß hat einen diesbezüglichen Vorschlag. Israel Cohen, Sekretär der Exekutive: Der Permanenzausschuß schlägt vor, folgende Kommissionen zu bilden: 1. Politische Kommission. 2. Kolonisations-Kommission. 3. Budget-Kommission. 117